Delmenhorst - Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) stellt in Delmenhorst mit seinen rund 500 Mitgliedern schon eine gewichtige Macht dar, die gehört werden will. Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ haben im Vorfeld der Kommunalwahl die NABU-Referentin für nachhaltige Siedlungsentwicklung Margitta Spiecker und Dr. Yvonne Ingenbleek von der Delmenhorster Bürgerinitiative „Gegen Bauen im Außenbereich“ eine Allianz geschmiedet und die im Rat vertretenen politischen Hauptakteure mit der Bitte um Beantwortung verschiedener Fragen zum Thema Naturschutz und nachhaltige Siedlungsentwicklung angeschrieben. Wer was dazu meint, präsentierten Spiecker und Ingenbleek in der vergangenen Woche vor dem Delmenhorster Rathaus.
Erstaunt waren die Fragestellerinnen über die SPD-Fraktion. „Die SPD sieht Naturschutz offenbar als vorrangig an und will ein Naturschutz-Gesamtkonzept“, so Dr. Ingenbleek. Da gebe es offensichtlich unterschiedliche Sichtweisen zwischen Fraktion und Oberbürgermeister Axel Jahnz, der bekanntermaßen auf die Ausweisung neuer Baugebiete drängt.
Die CDU hingegen spreche sich für eine maßvolle Entwicklung von Wohnbauland aus. Denn Maßnahmen zur Innenverdichtung allein reichten nicht aus.
Dass die FDP in ihrer Antwort darauf hinwies, dass es ja noch genügend Naherholungsgebiete in den Delmenhorster Nachbargemeinden gebe, fanden die beiden Fragestellerinnen etwas befremdlich. Immerhin hätten sich die Liberalen für den Erhalt der für die Bevölkerung fußläufig erreichbaren Naherholungsgebiete ausgesprochen.
Die Linke lehnt eine Außenbebauung ab, solange Innenverdichtung noch möglich ist. Die Piraten erkennen im Naturschutz sogar eines der wichtigsten Ziele des Handelns von Politik und Verwaltung. Keine Antwort erhielten die Fragestellerinnen von den Unabhängigen. So gut wie alle Befragten lehnen provisorische Flüchtlingsunterkünfte auf der grünen Wiese ab.
Für Dr. Ingenbeek jedenfalls ist es Zeit zu handeln: „Delmenhorst ist schon heute so stark versiegelt wie die größten Städte Niedersachsens“, sagte sie.
