Delmenhorst - Das von der Stadt für 193 000 Euro erworbene „Pultern“-Gelände ist nach Einschätzung des Naturschutzbundes ökologisch besonders wertvoll. Darauf weist Margitta Spiecker, NABU-Referentin für nachhaltige Siedlungsentwicklung, hin. Der Kauf durch die Stadt bedeute eine potenzielle Gefährdung des vier Hektar großen, als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Areals.
Spiecker befürchtet, dass die Stadtverwaltung darüber nachdenken könnte, auf dem Gelände Gewerbe anzusiedeln. Das aber sei ökologisch nicht vertretbar. Auch weil das Gewerbegebiet „Gut Langenwisch“ noch nicht einmal zur Hälfte gefüllt sei, sollte die Stadt davon Abstand nehmen.
„Der Landschaftsrahmenplan sieht auf diesem Gelände ein erhebliches Biotopentwicklungspotenzial für stark spezialisierte Arten der Vegetation und Fauna“, so die NABU-Referentin. Auf der erworbenen Fläche fänden sich abwechslungsreiche Biotopsysteme mit einem großräumig angesiedelten Altbaumbestand in Form von Buchen-Eichen-Mischwald. Entlang des Ufers des Pulternsees habe sich eine vielfältige Flora mit verschiedenen Schilfpflanzen, Weiden- und Erlenvegetation mit dem entsprechenden Arteninventar entwickelt, zum Beispiel die „Blauflügel-Libelle“.
Eine leichtfertige Überplanung des Geländes verbiete sich deswegen. Spiecker fordert: „Es muss genau erforscht werden, wie dieses wertvolle naturnahe Grundstück sich im Interesse der Öffentlichkeit in die Stadt einfügen soll.“
