Delmenhorst/Landkreis - „Eine hochwertige Ausbildung ist die beste Werbung, um angesichts der zurückgehenden Bewerberzahlen attraktiv für zukünftige Lehrlinge zu sein“, erklärte Kreishandwerksmeisterin Britta Jochims am Rande einer kürzlich stattgefundenen Seminarveranstaltung im Haus des Handwerks. Sie und weitere knapp 30 Handwerksunternehmerinnen und -unternehmer ließen sich von Kai Vensler, Ausbildungsberater der Handwerkskammer Oldenburg, über eine optimale Betreuung und Ausbildung des Berufsnachwuchses informieren. „Wir erleben gerade lediglich die Anfänge des demografischen Wandels, der sich in den kommenden Jahren verschärfen wird“, so Vensler.

Daher sei es für viele Betriebe unabdingbare Notwendigkeit, ihre Ausbildungsleistung zu professionalisieren, um weiterhin Bewerber zu bekommen. „Eine gute Ausbildungsstruktur spricht sich bei jungen Leuten herum. Werbung für eine Lehrstelle in einem bestimmten Betrieb wird eben im Freundeskreis gemacht“, so Vensler weiter.

Verstärkend komme hinzu, dass vermehrt Auszubildende mit anfänglichen Defiziten im schulischen oder sozialen Bereich eingestellt werden. Daher sei eine gut strukturierte Ausbildung und ein damit verbundenes erhöhtes Zeitkontingent für eine intensivere Betreuung der Auszubildenden notwendig.

Kreishandwerkerschafts-Geschäftsführer Hartmut Günnemann möchte auch die Willkommenskultur in den Betrieben weiter verbessern. „Wenn die Auszubildenden sich gleich am ersten Tag alleine fühlen, ohne dass die Belegschaft über den neuen Lehrling informiert wurde oder ein Geselle zur Einführung bereit steht, ist das ein schlechter Anfang“, so Günnemann. Bausteine dieser Bemühungen seien auch die im vergangenen Jahr mit Erfolg erstmals angebotenen „Berufseinführungsseminare für neue Auszubildende“. Daher werde die Kreishandwerkerschaft auch in diesem Jahr gleich Anfang August vergleichbare Seminare anbieten.