Delmenhorst - Die von dem Verein „Islamischer Weg“ geplante und über die regionale Presse angekündigte Veranstaltung zu Aschura an diesem Sonnabend, 31. Oktober, veranlasst den parteilosen Delmenhorster Ratspolitiker Volker Wohnig zur Medienschelte. Teile der Presse hätten sich „von einer schiitisch-islamischen Sekte für deren Zwecke instrumentalisieren“ lassen, schreibt Wohnig in einer Stellungnahme. Konkret ginge es um die antisemitische und israelfeindliche Haltung des Vereins „Islamischer Weg“, dem unreflektiert eine Plattform verschafft worden sei. Zudem könne man als evangelischer oder katholischer Christ die Terminwahl für den „Delmenhorster Friedensmarsch zu Aschura“ angesichts des Reformationstages am 31. Oktober sowie Allerheiligen und Allerseelen am 1. und 2. November als „ganz gezielte und bewusste Provokation“ auffassen. Laut Wohnig agierten andere islamische, schiitische und sunnitische Moscheevereine zurückhaltender und respektierten die säkulare Staatsform der Bundesrepublik Deutschland.

Der Aschura-Trauertag, der dieses Jahr am 23. Oktober stattfand, erinnert an die Schlacht von Kerbala im Jahr 680 nach Christus. An diesem Tag gedenken die Schiiten des Todes des Imam Hussein. Er gilt als Märtyrer, dessen Ermordung sowohl für die Schiiten als auch in der Geschichte des Islams ein einschneidendes Ereignis darstellt.