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NWZonline.de Region Delmenhorst

Religiöses Plakat erhitzt Gemüter

06.01.2016

Delmenhorst In den letzten Tagen ging die Nachricht einer Massenhinrichtung von Schiiten in Saudi-Arabien um die Welt. Der alte Konflikt zwischen den Saudis und dem schiitischen Iran wurde neu angefacht. Daraufhin brach der Iran unter dem politisch und religiösen Führer Ali Chamenei alle diplomatischen Beziehungen zu Saudi-Arabien ab. Seit kurz vor Silvester ist der selbst ernannte „Oberste Führer“ des Iran auch auf einer Werbetafel in der Innenstadt von Delmenhorst zu sehen, am City-Center.

In großen Lettern steht neben einem Porträt des iranischen Staatsoberhaupts der Spruch: „Das Leid jedes einzelnen Menschen, wo immer auf der Welt, stimmt von Natur aus die Mitmenschen traurig.“ Laut Plakat eine Textpassage einem Brief Chameneis an die „Jugend im Westen“. Dieser Brief „wird von den Medien in Deutschland und Delmenhorst ignoriert“ heißt es auf der Internetseite schia-blog.de.

Betrieben wird diese Seite von Sadik Özoguz, der ebenfalls die auf dem Plakat angegebene Seite offenkundiges.de betreibt. Seine Familie hat es schon öfter wegen ihrer islamistischen Aussagen in die Schlagzeilen geschafft. Auch sein Vater Dr. Yavuz Özoguz, Vorsitzender des „Islamischen Wegs“ ist als Autor auf den Seiten erkennbar. Seine Organisation wurde in der Vergangenheit mehrfach vom Verfassungsschutz wegen Volksverhetzung beobachtet.

„Mein Sohn hat zusammen mit weiteren Helfern das Plakat in Eigenverantwortung aufgehängt. Die Botschaft der Briefe von Chamenei an die Jugend soll klar im Vordergrund stehen. Auch die Muslime im Iran sind Menschen“, sagt Dr. Yavuz Özoguz auf Nachfrage der NWZ .

Für die Fraktion Pro Delmos ist das Plakat eine erneute Provokation der Özoguz-Familie: „Wir verurteilen die ungeprüfte Freigabe einer Werbefläche über dem Bürgerbüro, als Missbrauch von Toleranz und eine unangemessene Provokation durch den politischen Islam am Rande der Legalität“, heißt es am Dienstag in einer Pressemitteilung von den Fraktionsmitgliedern Volker Wohnig und Gerold Warrelmann.

Einen Missbrauch sieht Özoguz nicht. „Ich bin dankbar für die Werbung, die die Fraktion Pro Delmos mit ihrer Aufmerksamkeit für das Plakat macht. Wir haben es privat gemietet und es ist ein ganz klarer Fall von Meinungsäußerung“, sagt Özoguz und fügt hinzu: „Nicht mal der Staatsschutz oder die Polizei ermittelt im Zusammenhang mit dem Plakat.“

Falls das Plakat doch abgehängt werden muss, würde dies den 56-Jährigen Doktor der Verfahrenstechnik nicht stören: „Es wäre die beste Werbung für das Plakat und die Botschaft dahinter“, so Özoguz.

Interessant ist aber auch die Lage des Plakats. Direkt gegenüber dem City-Center an der Langen Straße soll bald die erste zentrale Kontaktstelle für Flüchtlinge in Delmenhorst errichtet werden.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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