NWZonline.de Region Delmenhorst

Chanukka: Religionsfreiheit gemeinsam feiern

28.12.2016

Delmenhorst Viele Religionen feiern in der dunklen Jahreszeit ein Fest des Lichtes. Bei zwei Religionen fiel es in diesem Jahr auf dasselbe Datum – im Christentum und in Judentum. Am 24. Dezember gab es nicht nur Weihnachten zu feiern, sondern auch Chanukka. Am Samstag wurde die erste Kerze am neunarmigen Leuchter entzündet. Am Dienstag im Delmenhorster Rathaus war die vierte Kerze an der Reihe. Pedro Becerra, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde, und der Rabbiner Jona Simon übernahmen diese Aufgabe.

„Mit dem Entzünden der Chanukka-Kerzen wollen wir unsere Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinschaft zum Ausdruck bringen“, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz. Er sprach sich dafür aus, die Religionsfreiheit gerade in Delmenhorst zu leben. „Wir sind so eine viellebige Stadt. Da kommen wir sehr viel schneller voran, wenn wir gemeinsam lernen, leben und handeln.“

Auch für Rabbiner Jona Simon ist Chanukka ein Fest der Religionsfreiheit. Er erinnerte sich an seine Anfänge als Rabbiner. Bei seinem Rabbinatspraktikum in Hameln erklärte er zum ersten Mal einer Gemeinde von Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, was Chanukka bedeute. In aller Ausführlichkeit berichtete er von der Sage, dass ein Priester mit seinen vier Söhnen die Besatzer aus dem Tempel vertrieb. Wie durch ein Wunder hielt zur Wiedereinweihung des Tempels die Tagesration des geweihten Olivenöls ganze acht Tage. Nur, dass die Gemeinde damit nichts anfangen konnte. Ein Ingenieur beschwerte sich bitterlich, dass so ein Wunder nicht möglich sei. Geknickt suchte Simon Rat bei seinem Lehrer – der ihm erzählte, er solle Chanukka vielleicht lieber als ein Fest der Religionsfreiheit feiern – endlich dürften die Juden ihre Religion wieder ausüben. Das erklärte Simon bei seinem nächsten Besuch dem Ingenieur – und seitdem ist es sein Lieblingsfest.

„Die Offenheit gegenüber allen Religionen und die vielen Verbindungen sind wichtig. Es kommt schließlich auf den Menschen an“, sagte auch Waltraud Kurzhals-Dingel, die Lebensgefährtin von Pedro Becerra. Toleranz gegenüber anderen und Gemeinsamkeit – das wünscht sich Oberbürgermeister Jahnz für 2017. „Und lassen Sie uns damit heute schon beginnen“, sagte er.

Lina Brunnée Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.