Es muss nicht immer alles sofort entsorgt werden. Das lernten fünf Kinder der AWO-Nachmittagsbetreuung kürzlich bei ihrem Besuch im Reparaturcafé im Hannelore-Händel-Haus der AWO. Das Reparaturcafé wird von der AG 60 Plus organisiert und findet seit knapp zwei Jahren jeden dritten Freitag im Monat statt.
„Die Kinder sollen auch mal etwas anderes sehen. Wir wollen in regelmäßigen Abständen wiederkommen“, war sich Betreuer Sidney Reinhold sicher. Bei Kaffee und Kuchen saßen die Kinder mit den Senioren zusammen und schauten beim Reparieren zu. „Wir wollen die Einstellung zu alten Geräten ändern“, sagte Karl-Günter Ziesmer von der AG. Bei dem gemütlichen Beisammensein gebe es auch oft viel zu lachen. Das Reparaturcafé sei zu einem Treffpunkt geworden. „Einmal kam ein Herr mit einem angeblich kaputten Staubsauger an. Es stellte sich heraus, dass er den Beutel nicht gewechselt hatte.“
Kosten entstehen für Teilnehmer des Reparaturcafés nicht. Es sei denn, es müssten Ersatzteile bestellt werden. Fünf bis sechs Mitarbeiter sitzen dann an den Tischen und schrauben vermeintlichen Elektroschrott auf. Jeder, der zum Reparaturcafé kommt, muss zuvor eine Nummer ziehen. Jedoch sei es bei neueren Geräten zunehmend schwierig diese zu reparieren. „Maschinen sind wie Menschen“, erzählte ein Senior. „Du redest doch auch immer mit deinen Geräten“, scherzte ein anderer.
Eine große Überraschung erlebte am Dienstag Gunda Hoffmann. Die Delmenhorsterin gewann bei der Monatsauslosung der LzO-Lotterie „Sparen und Gewinnen“ 10 000 Euro. „Als ich am Morgen hergefahren bin, wusste ich nur, dass ich gewonnen habe, aber nicht wie viel“, erzählte die glückliche Gewinnerin.
Filialleiter Florian Blessin und Auszubildende Celina Bentrup überreichten der verblüfften Kundin einen symbolischen Scheck. „Wir freuen uns mit Gunda Hoffmann über ihren Gewinn“, sagte Blessin. Das ein Kunde 10 000 Euro gewinne, sei wirklich selten. Häufiger kämen Gewinnsummen von 5000 Euro vor. Monatlich werden bei der LzO über 240 000 Lose beim „Sparen und Gewinnen“ gespielt. Aus den Erlösen der Lotterie kommen jährlich 400 000 Euro sozialen Einrichtungen zugute.
Eine Vorstellung, was Hoffmann mit dem Geld macht, hab sie noch nicht. Vielleicht gönnt sich die Delmenhorsterin, die schon seit Jahren an der Lotterie teilnimmt, eine größere Reise von ihrem Gewinn.
