Delmenhorst - Die Hochschule Bremen (HSB) und die BBS II Kerschensteiner-Schule Delmenhorst (Technikerschule) haben am Donnerstag einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Ziel ist, qualifizierten Absolventen den Übergang in das Studium an der Hochschule zu erleichtern.
Dies soll „durch die pauschale Anrechnung bestimmter in der Ausbildung an der Technikerschule erworbener Kompetenzen auf Studien- und Prüfungsleistungen eines Bachelor-Studiengangs“ gelingen, wie es im Vertragstext heißt. Es ist bereits die zweite Vereinbarung dieser Art: Vor zwei Jahren unterzeichneten die HSB und die Technikerschule Bremen einen entsprechenden Vertrag.
„Wir wollen mit der dadurch möglichen Studienzeit-Verkürzung die Schwelle zur Aufnahme eines Studiums für unsere Absolventinnen und Absolventen senken“, erläutert der Schulleiter der Kerschensteiner-Schule, Ulrich Droste, die Zielsetzung des Vertrages. „Gleichzeitig bietet sich für kleine und mittelständische Unternehmen die Möglichkeit, erfahrene Technikerinnen und Techniker im Rahmen der Personalentwicklung weiterzuqualifizieren.“
Um den Zugang zum Studium an der HSB zu ermöglichen, regelt das Abkommen die Anrechnung von Kompetenzen und Fähigkeiten. In Frage kommen die Studiengänge Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik und der Internationale Studiengang Industrial Management und Engineering China.
„Diese Kompetenzen können nach Durchführung einer qualitätssichernden Äquivalenzprüfung anerkannt werden“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Dirk Hennigs, Studiendekan in der Fakultät Natur und Technik der HSB.
Dazu wurden Ausbildungspläne, Modulhandbücher, Unterrichtsmaterialien, Prüfungsaufgaben und beispielhafte Prüfungsleistungen genau untersucht und verglichen. Und wie funktioniert dieses Anrechnungsverfahren in der Praxis? „Die Absolventen der Technikerschule müssen in einem der drei Studiengänge immatrikuliert sein und einen schriftlichen Antrag stellen, in dem sie auf das Abschlusszeugnis der Technikerschule hinweisen“, so Dirk Hennigs. „Sind die Voraussetzungen erfüllt, wird die Anrechnung im Bachelor-Zeugnis ausgewiesen und im Anhang des Zeugnisses dargestellt.“
Für den Konrektor für Studium und Lehre der Hochschule Bremen, Prof. Dr. Axel Viereck, ist die Zusammenarbeit ein weiterer wichtiger Schritt zu mehr Durchlässigkeit von Bildungsgängen: „Wir können durch die Anrechnung der Lernbereiche das Bachelor-Studium noch attraktiver machen und so neue Zielgruppen erreichen.“
