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NWZonline.de Region Delmenhorst

BURGINSEL: Sommerkonzert unter freiem Himmel

13.08.2007

DELMENHORST So manch ein Passant mag sich am Sonnabendnachmittag gefragt haben, was da auf der Burginsel vor sich geht: Orangefarbene Radladern laden einen Sattelzug aus, überqueren mit ihrer Ladung langsam die Brücke und hieven dann die Last ganz vorsichtig über das schmiedeeiserne Tor. Das schwere Fahrzeug selbst passt so gerade eben durch. Auf der großen Wiese ist dann Endstation: Hier wird noch am selben Abend eine Open-Air-Aufführung von Verdis „Nabucco“ stattfinden.

15 Mann der Firma für Veranstaltungstechnik, die mit dem Ensemble reisen, bauen die Bühne auf, das weiße Zelt für das Orchester, die Stuhlreihen. „Wir brauchen für den Aufbau normalerweise sechs Stunden, hier werden es wohl sieben bis acht, weil der Ladeweg sehr lang ist“, erklärt Jan Vogel, der technische Leiter. Gegen 16 Uhr kommen die Kollegen der polnischen Staatsoper mit ihrem Tieflader. Sie bauen die Dekoration auf der Bühne auf.

Eine logistische Glanzleistung ist diese Open-Air-Tournee: Einen Tag zuvor ist das Ensemble der Staatsoper Bytom noch in Diepholz aufgetreten, nach dem Auftritt in Delmenhorst steht am Sonntag ein Konzert in Laboe bei Kiel auf dem Programm. „Das ist eine Produktion mit drei Sattelzügen – das ist die Obergrenze, wenn man das jeden Tag umsetzen will“, erklärt Technikchef Jan Vogel.

Wenige Stunden später strömt das Publikum auf die bestuhlte Wiese. Etwa 700 Besucher aus Delmenhorst und dem Umland sind zur Opernaufführung angereist. Babylonische Löwen zieren nun den am Nachmittag noch völlig leeren Bühnenraum. Die meisten der Zuschauer sind gut vorbereitet auf die Vorstellung unter freiem, zum Glück wolkenlosen Himmel: Sie haben sich für rustikalere Kleidung entschieden, nur einige wenige werden bald in ihren schicken Kostümen frieren.

Fast jeder hat sich ein Sitzkissen oder sogar eine Decke mitgebracht. Es gibt warmen Tee und Kaffee an einer Bude. In der Luft liegt der Geruch von Käsebrezeln – es verschmilzt der Eindruck eines Klassikkonzerts mit dem eines heiteren Volksfests.

Dann wird es still. Das Orchester eröffnet den Opernabend. Als schon taktweise die Melodie des Gefangenenchors erklingt, stecken viele Zuschauer die Köpfe flüsternd zusammen – dieser Chor ist es schließlich, den fast jeder aus der Verdi-Oper kennt. Dann lassen die zwei Dutzend Sänger Nabuccos Babylon auferstehen. Und ein paar Grillen zirpen dazu.

Zweieinhalb Stunden später gibt es viel Applaus und Standing Ovations vor allem für die Solisten. Der Chor singt eine Zugabe. Für die Zuschauer endet ein gelungener Abend in ungewöhnlichem Ambiente – für die Techniker fängt jetzt der Abbau an.

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