[SPITZMARKE]DELMENHORST - DELMENHORST/LO - Die Zahl der Jugendlichen, die ohne Abschluss die Schule verlassen, muss dringend drastisch reduziert werden. Mit dieser Forderung hat die wiedergewählte Obermeisterin der Maler- und Lackierer-Innung Delmenhorst/Oldenburg-Land, Britta Jochims, während einer Mitgliederversammlung im Haus des Handwerks darauf hingewiesen, dass die Qualität im Erziehungs- und Bildungssystem der Bundesrepublik sehr verbesserungswürdig ist. „Dabei muss mehr und mehr auf die Eigenverantwortung des Elternhauses für die Kinder hingewiesen und geachtet werden“, sagte Jochims. Der ebenfalls wiedergewählte stellvertretende Obermeister Reinhard Kudras wies während der Versammlung darauf hin, dass Handwerksbetriebe bereits seit Jahren beklagen, dass es vielen Auszubildenden an den Grundkompetenzen wie Rechnen, Lesen und Schreiben fehlt. Auch an fehlenden Sozialkompetenzen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Höflichkeit oder Teamfähigkeit scheitere oft eine Berufsausbildung. Bundesweit, so Kudras, seien Jahr für Jahr an die 200 000 Schulabgänger nicht ausbildungsfähig. Notwendig sei eine integrierte Familien- und Bildungspolitik.
Die Ursachen für Gewaltbereitschaft und soziale Verwahrlosung vieler Kinder und Jugendlichen liegen häufig auch in den Familien. Ausbildende Handwerksbetriebe könnten nicht flächendeckend zum „Reparaturbetrieb“ des Bildungssystems gemacht werden.
