[SPITZMARKE]DELMENHORST/GANDERKESEE - DELMENHORST/GANDERKESEE/LO - Der Startschuss fiel vor zwei Jahrzehnten in Ganderkesee, aber die meiste Zeit wurde und wird in Delmenhorst produziert: Die Delme-Werkstätten geben eine Betriebszeitung von Beschäftigten für ihre Kollegen heraus.

Hergen Bauer aus Berne gehört zu den Motoren des Zeitungsprojektes. Seit 1988 ist er ohne Unterbrechungen dabei. Es reize ihn, Verborgenes aufzuspüren und darüber zu berichten, bringt er seine Begeisterung auf den Punkt. In der jüngsten Ausgabe etwa gibt es nicht nur Berichte über Besuche beim Delmenhorster DGB, im Waldorf-Kindergarten und beim Wohntraining der Lebenshilfe, sondern auch Beiträge über Urlaubsreisen nach Fuerteventura und in die Türkei. Rätselseiten und Kochrezepte ergänzen das redaktionelle Angebot.

Für einen Artikel benötige er etwa acht Stunden, gibt Bauer Einblick in seine liebste Freizeitbeschäftigung. Schließlich will die Wortwahl wohl überlegt sein – es geht darum, dass möglichst alle Kollegen den Text auch verstehen.

In den Delme-Werkstätten sind derzeit etwa 190 Menschen mit geistigen Behinderungen beschäftigt. Und neben der Arbeit gibt es begleitende Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, die Fähigkeiten und Fertigkeiten in Lesen, Schreiben und Rechnen zu fördern, zumindest aber zu erhalten, erläutert Norbert Großmann vom Sozialdienst der Delme-Werkstätten. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule werden Alphabetisierungskurse unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade angeboten.

In diesem Kontext arbeitet auch die Zeitungsgruppe. Sie wird seit Jahresbeginn von Sabine Harbers geleitet. Die VHS-Dozentin freut sich schon auf die nächste Ausgabe – mit einem Gespräch mit dem neuen Oberbürgermeister Patrick de La Lanne.