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NWZonline.de Region Delmenhorst

Namensherkunft von Stadtteilen & Orten: Spurensuche an gar nicht düsterem Ort

13.09.2007

Delmenhorst Oftmals sind geografische Gegebenheiten Ursprung für die Namen. Hier eine kleine Übersicht.

Sind Sie schon einmal durch einen Bienenschauer gefahren oder haben sich im Düsternort verlaufen?

Wenn ja, dann haben Sie sich vielleicht auch schon mal gefragt, woher all diese Straßen- oder Stadtteilnamen kommen. Die NWZ fragte 2007 nach bei einem, der sich auskennt: Helmut Steinert ist seit fast 40 Jahren Delmenhorster und stand ab 2002 lange dem Heimatverein vor.

Düsternort & Schafkoven

Der 70-jährige gebürtige Schlesier hat so manch erstaunliche Erklärung parat. So zappenduster war (und ist) der Stadtteil Düsternort demzufolge gar nicht: „Dust nannte man früher moorige Heideschollen. Der Name kommt also nicht von einem düsteren Kiefernwald“. Dieser Stadtteil sei erst nach 1945 erschlossen worden, nachdem viele Flüchtlinge auch in Delmenhorst ankamen und ein neues Zuhause brauchten. Steinerts Finger kreist über die Karte und zeigt auf den Stadtnorden: „Oder Schafkoven. Dort war früher ein Winterstall für Schafe. Das Gutshaus ist allerdings 1968 abgebrannt.“

Annenheide & Adelheide

Wer denkt, dass Annenheide und Adelheide auf den sandigen Untergrund zurückzuführen sind, der liegt nur halb richtig. Während sich Annenheide, bis zur Industrieansiedlung ein kleines abgelegenes Dorf, von „Ana“ (= Wasser) und eben der Heide ableitet, hat Adelheide eine andere ethymologische Geschichte. „Das hat nichts mit der Bodenbeschaffenheit zu tun. Adelheide wurde vom damaligen Erbgroßherzog Paul Friedrich August nach dessen verstorbener Ehefrau benannt“, erzählt Steinert. 1817 wurde das Dorf gegründet, ab 1936 gab es einen Militärflugplatz.

Deichhorst & Dwobergen

Der Name Deichhorst setzt sich aus Deich (früher im Sinne von Teich oder Wasser) und Horst (einer Waldbezeichnung) zusammen. „Früher wurde dort viel Holz geschlagen“, berichtet Helmut Steinert. „Kleines Deichhorst ist das Gebiet, was davon verschont blieb. Dort war nämlich ein Abbaugebiet für Ton und Lehm“. Letzteres nannte man einst „Dwo“ – wovon heute noch der Stadtteilname Dwobergen zeugt. Die letzten Ziegeleien wurden dort 1971 abgerissen.

Hasport & Hinter den Bergen

Gemeinsam mit Annenheide und Stickgras wurde 1933 Hasport nach Delmenhorst eingemeindet. „Der Hasporter Damm war bis dahin quasi Ausland“, so Steinert. Und der Name Hasport stammt von einem 1647 gebauten Gutshaus.

Was heute als „Wolle“ bekannt ist, hieß einst „Hinter den Bergen“. „Das hat aber auch überhaupt nichts mit Erderhebungen zu tun“, erklärt der Heimatvereinsvorsitzende. Vielmehr sei das Ackerland ehemals „Berge“ oder „Borgfels“ genannt worden.

Schlutter & Bienenschauer

Der Begriff „Schlutter“, so verrät Helmut Steinert weiter, kommt von „Sluot“ (= Sumpf) und „Ere“ bzw. „Ara“ (für Wasser). Dort wurde im 13. Jahrhundert eine Burg gebaut, deren Überreste 1975 und 1976 entdeckt wurden.

Als „Neustadt“ wurden Siedlungen außerhalb des Bremer Tors bezeichnet. Älteste Straße ist die Orthstraße: „Auf dem Orth“ tauchte bereits 1575 in den Urkunden auf.

Heimatbücher könnten wohl noch dutzende Erklärungen liefern. Abschließend die Frage nach dem „Bienenschauer“. „Ganz einfach: Dort bewahrte man früher Honig und Wachs in Speichern auf“, klärt Helmut Steinert auf. Leuchtet irgendwie ein. . .

Delmenhorst - Eckpfeiler der Stadtgeschichte

1254 wird Delmenhorst erstmals urkundlich erwähnt. Keimzelle der Stadt ist ein Horsthof, wo später die Burg entsteht.

1371 erhält Delmenhorst das Stadtrecht nach Bremer Recht.

1647 Graf Anton Günther wird neuer Herrscher und bindet Delmenhorst eng an Oldenburg.

Ab 1871 Ansiedlung von Industrie. Die Einwohnerzahl steigt rapide an.

Zur Expo 2000 in Hannover präsentiert sich die „Nordwolle“ als Außenstandort.

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