Delmenhorst - Die Stadt Delmenhorst hat ein „soziales Gesicht“, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz. Und dass sie das hat, bewies sie am Donnerstagnachmittag bereits zum 16. Mal.

Im Rathaus vergab die Stadt Delmenhorst den Preis für Zivilcourage unter dem Motto „Hinschauen und nicht wegsehen!“ für mutiges, energisches und verantwortungsvolles Verhalten. „Wir brauchen Menschen, die hinschauen und nicht wegschauen“, sagte Jahnz und richtete dabei seinen Blick auf die Eheleute Natalie und Vitali Brand sowie Eduard Hellrot. Alle drei wurden bei der Feierstunde von Jahnz und Markus Scharf, Leiter Zentraler Kriminaldienst der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, für ihre Courage ausgezeichnet. Die Polizei könne nicht alle retten, sagte Scharf. „Viele Akteure müssen zusammenarbeiten. Die Krönung sind sie. Sie waren da, haben sich für zuständig erklärt und haben Zivilcourage gezeigt“, lobte er ihren Einsatz.

Das Ehepaar Brand hatte im vergangenen Jahr einen jungen Mann angehalten, der mit einem gestohlenen Fahrrad unterwegs war und dabei gegen die Außenspiegel von parkenden Autos getreten hatte. Als Vitali Brand ihn vor dem Elternhaus zur Rede stellen wollte, erhielt er einen Schlag ins Gesicht, auch der Vater des Täters schlug zu. Zudem trat der Radfahrer den Außenspiegel von Brands Pkw ab. Die Polizei nahm den Täter fest. Hellrot hatte im Mai 2016 einem Mann nach einem Verkehrsunfall geholfen. Der Verletzte war bewusstlos und klemmte mit seinem Kopf unter der Kopfstütze des Beifahrersitzes fest. Er stabilisierte und drehte ihn auf die Seite und wartete auf die Rettungskräfte. 20 Schaulustige schauten nur zu, er handelte und rettete dem Mann damit das Leben. Für ihre Zivilcourage erhielten alle drei eine Urkunde, einen Blumenstrauß und einen Scheck über 250 Euro.

Das Holzbläserquintett des Polizeiorchesters Niedersachsens sorgte für den festlichen Rahmen. Ulf Kors, Vorsitzender des Seniorenbeirates, stellte außerdem den neuen Courage-Kalender vor.

Niklas Benter
Niklas Benter Sportredaktion