Delmenhorst - Ohne Angabe von Gründen hat der Personalrat die Einladung des Berufs-Ortsverbandes der Feuerwehr zur Personalversammlung am 11. Januar abgelehnt. Und das obwohl im Berufsverband rund 80 Prozent der Kameraden der Delmenhorster Berufsfeuerwehr organisiert sind. Zusammen mit dem Personalrat hatte die Interessensvertretung um Martin Manneck die Personalversammlung der Berufsfeuerwehr Delmenhorst vorbereitet.
„Wir arbeiten mit der Verwaltung kollegial zusammen, da sollte so eine Einladung ein Selbstläufer sein“, findet der Ortsverbandsvorsitzende Martin Manneck. Nur die Gewerkschaften Verdi und Komba seien als Interessensvertretung eingeladen. „Aber was für eine Rede soll eine Gewerkschaft halten, die nur drei bis vier Kameraden vertritt?“, fragt Manneck.
Die Personalversammlung der Berufsfeuerwehr Anfang Januar diene dem Austausch, der Vorstellung des Jahresberichtes und der Aussprache. Die Organisation habe der Personalrat der Stadt inne, der gegen eine Einladung von Manneck und seine Verbandskollegen gestimmt hatte. „Auf der Tagesordnung stehen beispielsweise strukturelle Probleme“, erläutert Manneck auf Nachfrage der NWZ . Es sei ein starkes Stück, dass der Berufsverband zur Versammlung nicht eingeladen wurde.
Als Interessensvertretung hätte der Berufsverband der Personalversammlung beiwohnen, sie begleiten, Stellung beziehen und eine Rede halten dürfen. Die Kritik ist nun, dass ein Sprachrohr der Feuerwehrleute fehle, da die Interessen von rund 50 Mitarbeitern nicht durch den Berufsverband vorgetragen werden könnten. Denn da kein Vertreter eingeladen ist, dürfen auch die rund 50 Kameraden der Versammlung nur als Gäste, nicht als Redner, beiwohnen. Das Verhalten des Personalrates sei nicht nachvollziehbar und unanständig. Es stelle für die Feuerwehrleute einen massiven Vertrauensverlust für die weitere Zusammenarbeit dar, erklärt Manneck. „Hier ist man offensichtlich bemüht Eigeninteressen den Vorzug zu geben.“
Daher fordert der Berufsverband von Oberbürgermeister Axel Jahnz bei der Berufsfeuerwehr Delmenhorst einen Personalrat einzurichten. So könnten die Interessen der Kameradinnen und Kameraden durch diesen Rat in der Personalversammlung vertreten werden.
Alle anderen Berufsfeuerwehren in Niedersachsen hätten bereits einen eigenen Personalrat, sagt Manneck.
