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NWZonline.de Region Delmenhorst

Stolpersteine erinnern an die NS-Opfer

25.07.2006

DELMENHORST Der Künstler arbeitet seit 1992 an diesem Projekt. Er hat mehr als 5500 Steine in rund 100 Orten verlegt.

von wolfgang loest DELMENHORST - Es geht darum, Geschichte aus der Anonymität zu holen und ihr vor Ort Namen zu geben: So umreißt Dr. Norbert Boese, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises der Jüdischen Gemeinde Delmenhorst, das Ziel des Projektes „Stolpersteine“, das der Kölner Künstler Gunter Demnig seit 1992 durchführt. Bundespräsident Horst Köhler würdigte das Engagement gegen das Vergessen 2005 mit einem Verdienstorden.

Stolpersteine – das sind für Demnig kleine Betonquader mit einer Messingtafel, die vor Häusern verlegt werden, in denen Opfer des Nationalsozialismus lebten. Über diese Steine sollen Passanten im übertragenen Sinne stolpern, sollen sich an politisch Verfolgte, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Behinderte und Juden erinnern, die in der jüngeren deutschen Geschichte einer mörderischen Verfolgung ausgesetzt waren.

Die Stolpersteine erinnern nach der Philosophie des Künstlers nicht nur an die Ermordeten, sondern auch an deren Familienangehörige, die den NS-Terror überlebt haben, weil ihnen rechtzeitig die Flucht gelang.

Die ersten Delmenhorster Stolpersteine verlegt Gunter Demnig am kommenden Montag, 31. Juli. An vier Stellen in der Innenstadt werden insgesamt 13 Quader verlegt. Beginn ist um 14 Uhr in der Lange Straße in Höhe des Kaufhauses Karstadt. Um 18 Uhr hält der Künstler in der Volkshochschule einen Dia-Vortrag über sein Projekt.

Die Kosten von 95 Euro je Stolperstein trägt der Förderverein. „Öffentliche Mittel werden nicht in Anspruch genommen“, unterstreicht Boese. Bislang sind an Spenden mehr als 2000 Euro zusammengekommen. Das reicht für eine zweite Verlege-Runde im Herbst oder im kommenden Frühjahr.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Pedro Becerra, ist von der Aktion begeistert. Es werde sichtbar, wie viele jüdische Menschen einst in Delmenhorst gelebt haben, so Becerra.

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