Delmenhorst/Ganderkesee - Mit einer leicht gestiegenen Arbeitslosigkeit hat es die Agentur für Arbeit Delmenhorst im zu Ende gehenden Monat Juli zu tun gehabt. Aber das sei nichts Ungewöhnliches, sondern saisontypisch, wie Agenturchefin Karin Kayser am Donnerstag bei der Vorstellung der aktuellen Arbeitsmarktdaten sagte. „Der Anstieg ist vor allem auf junge Fachkräfte nach dem Ausbildungsabschluss und Jugendliche, die nach der Schule auf Jobsuche sind, zurückzuführen. In den kommenden Monaten wird sich das deutlich reduzieren.“ Zudem würden regelmäßig zum 30. Juni befristete Arbeitsverhältnisse gekündigt. Bemerkbar mache sich in der Statistik auch die zunehmende Zahl arbeitsuchender Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung.

Zum Erhebungsstichtag waren im Bezirk der Delmenhorster Agentur (Stadt Delmenhorst und Gemeinde Ganderkesee) 4825 arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,6 Prozent (Vormonat: 8,4 Prozent, Vorjahresmonat: 8,9 Prozent).

In Delmenhorst ist die Arbeitslosigkeit im Juli um 69 auf 4150 Personen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es allerdings 106 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juli 10,5 Prozent; vor einem Jahr hatte sie sich auf 10,8 Prozent belaufen.

Auf einen positiven Monatsverlauf, jedenfalls im Vergleich zum Vorjahresmonat, blickte am Donnerstag Marion Denkmann, stellvertretende Jobcenter-Geschäftsführerin, zurück. 105 Personen hätten sich in Erwerbstätigkeit abgemeldet gegenüber 76 im Monat Juli 2015. Allerdings sei die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften im Jahresvergleich gestiegen – von 5293 im Juli 2015 auf aktuell 5387 (hochgerechnete Werte). Denkmann nennt den Zuzug von Geflüchteten als Hauptursache. Bemerkenswert sei die untypische Größe vieler Bedarfsgemeinschaften, was Denkmann am Beispiel der beim Jobcenter gemeldeten syrischen Flüchtlinge verdeutlichte. 490 Syrer lebten in 74 Bedarfsgemeinschaften, das ist eine durchschnittliche Größe von rund 6,6 Personen pro Haushalt.

Wer bisher bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer ausgegangen ist, Hilfen bei der Bewerbung oder bei der Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch sucht, sollte sich bei der Agentur melden, rät Regina Krumpe vom Agentur-Arbeitgeberservice. Zurzeit seien noch rund 140 offene Stellen gemeldet, zum Beispiel in den Branchen Metall, Lebensmittelproduktion, Hochbau, Handel und Verkauf, Friseurhandwerk und Medizin-Fachberufe.