Delmenhorst - In das Parteiordnungsverfahren mit dem Ziel eines Ausschlusses des FDP-Kreisverbandsvorsitzenden Tamer Sert und Schatzmeisters Claus Hübscher kommt endlich Bewegung. Am Sonnabend, 29. August, tritt das Schiedsgericht zu einer ersten mündlichen Verhandlung zusammen. Das teilte Pressesprecher Jascha Engelhardt auf Nachfrage der NWZ  mit.

Im Februar hatten Sert und Hübscher einen Islam-Vortrag mit dem umstrittenen Dr. Yavuz Özoguz organisiert. Diesem werden islamistische Tendenzen nachgesagt. Er stand deshalb bereits unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Die FDP hatte den Vortrag dann kurzfristig abgesagt, auch weil der Besitzer des Veranstaltungslokals seine zuvor gegebene Genehmigung zurückzog.

Tamer Sert sieht dem Verfahren „sehr gelassen“ entgegen. Zum einen, weil dies sein inzwischen vierter Fall vor dem Schiedsgericht ist. „Ich kenn das schon“, so Sert. Zum anderen steht für ihn fest: „Ich brauche nicht die Partei – die Partei braucht mich.“ Das derzeitige Vorgehen gegen sich sieht er als „wenig demokratisch“. Für den Fall, dass er diesmal unterliegen sollte, kündigt er bereits weitere rechtliche Schritte an.

Es gehe nicht um Tamer Sert oder Claus Hübscher (der urlaubsbedingt für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung stand), so Sert, sondern um einen Referenten, von dessen Islam-Kennerfunktion er nach wie vor überzeugt sei: „Über das Thema Judentum würde ich keine Veranstaltung mit ihm machen“.

Zwischenzeitlich fand in der Markthalle eine von Özoguz und dem Verein Islamischer Weg organisierte Veranstaltung zum Thema „Islam in Deutschland und Delmenhorst“ mit rund 100 Besuchern statt.