Delmenhorst - Mehr Unternehmer und Auszubildende mit Migrationshintergrund gewinnen, Eltern über Möglichkeiten informieren: Das ist das wesentliche Ziel der Kausa-Servicestelle, die die VHS (Volkshochschule) eingerichtet hat.
Am Donnerstag fand dazu die Auftaktveranstaltung in der VHS statt. Oberbürgermeister Axel Jahnz lobte die neu eingerichtete Servicestelle. „Diese drei Jahre müssen gelebt werden.“ Was ist mit diesen drei Jahren gemeint?
Die Kausa-Servicestelle ist ein sogenanntes „Jobstarter plus-Projekt“, ein Programm des Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Stelle wird drei Jahre lang aus Mitteln des Bundesministeriums und des Europäischen Sozialfonds der EU mit 400 000 Euro gefördert.
Um genauer vor Augen zu führen, wie die Situation auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt aussieht, kam Prof. Dr. Ruth Enggruber von der Fachhochschule Düsseldorf zu Wort.
Das ernüchternde Ergebnis, das aus einer Bertelsmann-Stiftung-Studie hervorgeht: Die Herkunft und ausländisch klingende Namen spielen bei der Auswahl von Bewerbungen immer noch eine Rolle. Besonders kleine Unternehmen würden Bewerbern mit Migrationshintergrund skeptisch gegenüber stehen. Aus diesem Grund befürwortet Enggruber anonyme Bewerbungen.
Harald Mausolf von der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst hielt jedoch dagegen: Er sei gegen eine anonyme Bewerbung.
Weiter präsentierte Enggruber Zahlen. Lediglich 10,5 Prozent deutscher Unternehmen bilden aktuell Jugendliche mit Migrationshintergrund aus, 40,8 Prozent hätten hingegen noch nie solche Jugendlichen ausgebildet. Viele Betriebe begründeten die Ablehnung mit der Angst vor der Sprachbarriere. Die Forderung laute daher, so Prof. Dr. Ruth Enggruber, unter anderem: Mit Betrieben direkt in den Kontakt treten, um Vorbehalte auszuräumen.
Neben Harald Mausolf kamen weiter Birgit Garbe-Emden von der Kausa-Koordinierungsstelle und Projektleiterin in Delmenhorst, Eugenia Konkel, zu Wort.
