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NWZonline.de Region Delmenhorst

Ziemlich beste Kollegen

09.06.2016

Delmenhorst Es ist ruhig im Stall vom landwirtschaftlichen Betrieb Hakemann, der Ventilator surrt unentwegt, ab und zu klackern die Halsbänder der Kühe gegen das Metallgestänge, während sie genüsslich die letzten Reste ihres Futters fressen. „Es sind schöne Arbeitskollegen“, findet Torben Hakemann (25) und schmunzelt.

Auf dem elterlichen Betrieb in Hasbergen leben rund 100 Milchkühe, jede von ihnen habe ihren eigenen Charakter. „Kühe sind mein Ding, sie sind ruhig, zicken nicht, sind immer im Rhythmus“, erklärt der Junglandwirt. Ganz anders als Schweine. „Mit denen habe ich in meiner Ausbildung auch gearbeitet.“ Aber die Tiere seien sehr unruhig. Arbeitet man mit Kühen, müsse man mit „Kuhverstand“ an die Sache ran gehen, individuell arbeiten, weiß der 25-Jährige.

Die derzeitige Lage auf dem Milchmarkt bereitet ihm Sorgen. Eiskalt erwischt hat es die Familie jedoch nicht. „Wir wollten bauen, aber die Planungen haben sich hingezogen.“ Am Ende, sagt Hakemann, seien sie doch froh gewesen, es noch nicht getan zu haben. Dabei würde er gerne modernisieren, den Stall als auch die Melkanlage. Doch im Moment pausieren die Planungen.

Von der Ammerland-Molkerei, an die die Hakemanns liefern, bekommen sie im Monat Juni 22 Cent pro Liter. „Da schwindet natürlich schon die Motivation, wenn man für seine Arbeit fast nicht entlohnt wird“, so Torben Hakemann. Und die 100 Millionen Euro Soforthilfe der Bundesregierung? „Wenn man das mal herunterrechnet auf den einzelnen Landwirt – da ist der Tropfen verdunstet, bevor er auf den heißen Stein trifft“, findet der Junglandwirt.

Ein Ende der Krise ist noch nicht in Sicht, eine Lösung aber habe er auch nicht parat. „Wir überlegen schon, wo wir sparen können – ohne dass ein Nachteil für die Tiere entsteht.“ Die Milchquote habe den Strukturwandel nicht aufgehalten, vielmehr liege das Problem bei der mangelnden Nachfolge: Immer weniger junge Leute möchten in einen Betrieb einsteigen, den Job des Landwirtes übernehmen.

Hakemann selbst ist quasi „reingeboren in den Beruf“. Entschlossen hat er sich aber erst in der Oberstufe. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung als Landwirt, es folgten drei Jahre Fachschule in Oldenburg und ein Kursus zum Landwirtschaftsmeister. Der Arbeitsaufwand in dem Beruf sei hoch, aber „ich bin selbstständig, kann mir die Arbeit selber einteilen“. Am liebsten arbeitet der 25-Jährige im Stall, denn „da kann man am meisten bewegen“, sagt Hakemann.

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