Delmenhorst - „Die Verkehrswege sind unsere wirtschaftlichen Lebensadern.“ Das betonte Kreishandwerksmeister Harald Mausolf am Dienstagabend bei der Mitgliederversammlung des Herbsthalbjahres der Kreishandwerkerschaft. Eines der Schwerpunktthemen waren Fragen rund um die Verkehrspolitik und -infrastruktur.

Die Mitglieder sind sich einig, dass die verkehrliche Erreichbarkeit, die Qualität der Verkehrswege und die Vernetzung der Verkehrssysteme zu den wichtigsten Standortfaktoren gehören. Zugleich seien diese Faktoren unterschätzte Größen für Wachstum und Beschäftigung. Aus diesem Grund ist es für die Mitglieder wichtig, dass die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden muss zu einer „wesentlichen Säule der Wettbewerbsfähigkeit“.

Zudem ist eine Verschärfung der Verkehrssituation nach Einschätzung der Handwerksvertreter vorprogrammiert: Beim diesjährigen Empfang des Fördervereins der örtlichen Wirtschaft wurden die Zahlen noch einmal deutlich gemacht. Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, konkretisierte für das Stadtmarketing die Zunahme beim Güterverkehr bis zum Jahr 2030 auf 50 Prozent.

Die einhellige Forderung aus dem Haus des Handwerks in Delmenhorst lautet daher: Wichtige verkehrspolitische Entscheidungen, beispielsweise zum Bau der B212, müssen diesen Prognosen entsprechend verkehrsgerecht getroffen werden. „Wir können nicht so tun, als würde der Verkehr nicht kommen“, so Harald Mausolf. Politik und Verwaltung müssten sich zur „hohen Bedeutung der Infrastruktur bekennen“. Zudem müsse den Bürgerinnen und Bürgern damit verbunden der Handlungsbedarf erläutert werden. Weiter betonte Mausolf, dass von den 55 Milliarden Euro, die der Straßenverkehr jährlich dem Staat in die öffentlichen Kassen einbringt, lediglich zehn Milliarden Euro vom Bund in die Bundesverkehrswege investiert werden.

Geschäftsführer Hartmut Günnemann machte zusätzlich auf die zunehmenden Überlastungseffekte der Verkehrsinfrastruktur aufmerksam: „Wir fahren schon jetzt buchstäblich auf Verschleiß.“