Delmenhorst - Fallschirmspringen, Pfeife rauchen und Seidenmalerei – für all diese Hobbys hat Irma-Hildegard Michel künftig mehr Zeit. Die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Delmenhorst hat ihren Posten nach 30 Jahren an die nächste Generation weiter gereicht. Künftig wird Thomas Heyen die Leitung inne haben.

Dieser Führungswechsel wurde bei der Feierstunde anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Kreisverbandes Delmenhorst im Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen am Freitag vollzogen. Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und aus Mitgliedsorganisationen wohnten dem Empfang in der Markthalle bei.

Glückwünsche der Landesregierung überbrachte Sozialministerin Cornelia Rundt. Sie lobte den Paritätischen Delmenhorst als „guten, modernen Leistungsträger“ mit einem „tollen Beratungsangebot“. Rundt ließ es sich nicht nehmen, auch über das aktuell hoch strittige Thema, das Bundesteilhabe-Gesetz, zu sprechen. Das Ziel der besseren Unterstützung sei nur teilweise erfolgt. Sie sprach von einem relativen „Schmalspurgesetz“. Außerdem kämpfe sie weiterhin dafür, dass auch Menschen mit einer Behinderung, die in einem Wohnheim untergebracht seien, Kassenleistungen in Anspruch nehmen können. Bisher habe dieser Vorstoß im Bundesrat jedoch keine Mehrheit gefunden.

Die Ministerin dankte Michel für ihren Einsatz. „Ich weiß, dass Ihr Herz daran hängt“, sagte sie.

Oberbürgermeister Axel Jahnz bezeichnete Michel als „Mahnerin“. Sie habe zudem deutlich gemacht, wie wichtig soziales Zusammenleben in der Stadt sei. Dass die Zusammenarbeit auch mit der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtverbände der Stadt Delmenhorst sehr gut funktioniere, hob dessen Vorsitzender Wolfgang Pape hervor. Irma-Hildegard Michel habe stets fundiert und beruhigend geredet.

Für ihre geleistete Arbeit überreichte die Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtverbands Niedersachsen, Birgit Eckhardt, Michel eine Ehrennadel. Mit Elan und Hartnäckigkeit sei es Michel gelungen, den Paritätischen vor Ort zu verankern.

Die Geehrte gab einen Rückblick auf die Arbeit des Verbandes von seiner Gründung bis heute. Fünf Verbände gehörten dem Paritätischen bei der Gründung am 12. März 1986 an, heute neun. Der Paritätische schloss mit der Etablierung einer kostenfreien Schuldner- und Insolvenzberatung eine Lücke. Zudem berate er zu gesundheitlichen, pflegerischen und erzieherischen Leistungen. Bei aller Arbeit stünde stets der Mensch im Mittelpunkt.

Ihr Nachfolger, der Prokurist Thomas Heyen, stellte nach seiner offiziellen Ernennung durch Eckhardt einige seiner Ziele vor. Er wolle die Zahl der Mitglieder im Paritätischen steigern. Zudem arbeite er an der besseren Positionierung in Ausschüssen sowie Sprech- und Fragestunden der Politik mit. Zudem wünsche er sich eine stärke Vernetzung der Mitglieder. So wolle er die großen Fußstapfen, die Irma-Hildegard Michel hinterlassen hat, in Zukunft ausfüllen.