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Delmenhorster Problemviertel Hier verschwinden weitere Wohnblöcke am Wollepark

Delmenhorst - Mit einem lauten Rumpeln reißt ein Bagger die Balustrade des Balkons von der Fassade, einzelne Betonstücke fallen zu Boden. Damit haben am Dienstag die Abbrucharbeiten an den Wohnblöcken 13 und 14 am Wollepark in Delmenhorst begonnen.

„Ich bin froh und dankbar, dass wir hier den nächsten Schritt gehen“, sagt Oberbürgermeister Axel Jahnz. „Es wird ein städtebaulicher Gewinn sein für unsere Stadt.“ Am Wollepark solle ein ganz neues Quartier entstehen. „Dann ist dieser Schandfleck irgendwann aus Delmenhorst verschwunden.“ Nach der Sanierung des Viertels sollen Bahnreisende, die an Delmenhorst vorbeifahren, sagen: „Das möchten wir auch bei uns haben.“

Schadstoffe im Gebäude

Ende November sollen die Abrissarbeiten an den beiden Gebäuden abgeschlossen sein, sagt Bauleiter Lüder Steinberg von der Firma Freimuth. Der Abbruch der Wohnblöcke wird nach Angaben der Stadt voraussichtlich rund 700 000 Euro kosten. Hinzu kommen noch etwa 150 000 Euro für Planung und Vorbereitung.

Aufwendig sei vor allem die Entsorgung der Schadstoffe wie Asbest, sagt Bauleiter Steinberg. „Das dauert seine Zeit.“ Der eigentliche Abriss gehe dann schnell voran. Aufträge wie dieser seien „täglich Brot“ der deutschlandweit arbeitenden Firma. In Delmenhorst hat Freimuth auch den Abriss der Häuser 1 bis 5 am Wollepark und des Gebäudes an der Westfalenstraße 8 durchgeführt.

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Der Abriss der Wohnblöcke ist umstritten. Das Bürgerforum/Neue Wege hatte sich für eine Sanierung der Gebäude ausgesprochen. Dazu sagt Jahnz am Dienstag: „Ich bitte das Bürgerforum, in die Gegenwart zu kommen. Hier gibt es nichts mehr zu sanieren.“ Der Abriss sei das einzig Richtige. „Schauen wir in die Zukunft.“

Was genau anstelle des alten Wohnblocks entstehen soll, ist noch offen. „Es gibt vielfältige Möglichkeiten, das Quartier schöner zu gestalten“, sagt Oberbürgermeister Jahnz. Vom Studentenwohnheim über einen Kindergarten bis zu Gewerbe sei vieles im Gespräch. Sicher sei, dass nicht erneut Blöcke entstehen. Kreative Planer seien gefragt. „Wir sind dankbar für alle Ideen, die hier eingebracht werden.“

Weitere Abrisse geplant

Die Stadt hatte die maroden Gebäude mit 51 Wohnungen Anfang 2019 erworben. Dem Kauf war ein jahrelanger Rechtsstreit über das Vorkaufsrecht vorangegangen, der Ende 2018 vor dem Landgericht Hannover entschieden wurde. Der Wohnblock 13 stand bereits seit 2007 leer. Die in Nummer 14 verbliebenen Bewohner zogen gemäß einem Sozialplan bis November 2019 aus.

Oberbürgermeister Jahnz betonte, dass es sich bei den aktuellen Arbeiten um eine Etappe handle. Mit den Wohnblöcken 11 und 12 gehe es weiter. Die Stadt wolle auch diese Blöcke erwerben, um sie dann abzureißen.

Marlis Stein
Marlis Stein Redaktion Westerstede
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