Delmenhorst - Überraschend sind die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt nicht: Nach Angaben von Claudia Zimmermann, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, hat es im Dezember 2016 einen „moderaten Anstieg“ um 1,4 Prozent im Bereich der Geschäftsstelle Delmenhorst gegeben. Dazu gehört auch die Gemeinde Ganderkesee. „Diese Entwicklung ist saisontypisch“, sagte Zimmermann am Dienstag. In Delmenhorst gebe es allerdings wenig Saisongeschäft.
Leichter Anstieg
In der Stadt Delmenhorst war die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 57 beziehungsweise 1,4 Prozent höher als im Vormonat. 4 030 Männer und Frauen waren bei der Agentur für Arbeit und Jobcenter arbeitslos gemeldet, das sind 185 beziehungsweise 4,4 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 10,2 Prozent, im Jahr zuvor hingegen noch 10,7 Prozent.
Flüchtlingszahlen
Ein Thema sei die Unterbeschäftigung, betonte Zimmermann. Darunter fallen Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie an verschiedenen Maßnahmen der Arbeitsagentur teilnehmen – beispielsweise, um fit für den Arbeitsmarkt zu werden, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern oder einen arbeitsmarkbedingten Sonderstatus haben.
Die Unterbeschäftigung umfasste im Dezember 5740 Frauen und Männer, das sind 14,2 Prozent – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, da betrug die Quote noch 13,2 Prozent. Ein Grund für den Anstieg seien die Flüchtlingszahlen, so Zimmermann. Es gebe viele, die sich fit machen für den Arbeitsmarkt oder in Praktika berufliche Kompetenzen stärken. Schließen sie ihre Maßnahmen ab, könnte die Zahl der Arbeitslosen noch einmal steigen.
Das Jobcenter Delmenhorst hingegen nahm im Dezember eine andere Entwicklung. Unerfreulich ist laut Marion Denkmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters, dass sich weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit Erwerbstätigkeit abmeldeten. Die Zahlen seien im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahr rückläufig.
Aufgabe anpacken
Das Jobcenter habe mehr Arbeitslose als im November verzeichnet, dafür seien die Zahlen aber besser als im Vorjahr, so Denkmann. Im Rechtskreis SGB II stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber November um 66 Personen. 101 weniger als im November meldeten sich aus der Arbeitslosigkeit ab. Der Vorjahresvergleich fällt positiv aus, da waren es noch 40 mehr.
Wichtig sei, Arbeitslose nicht von Maßnahme zu Maßnahme zu schicken, sondern „viele Dinge parallel laufen zu lassen und zu verknüpfen“, sagte Denkmann. „Das ist unsere Aufgabe für dieses Jahr.“ Heißt: Kunden sollen nahtlos in Arbeit vermittelt werden. Ebenso eine wichtige Aufgabe: die hohe Stellenanzahl und das Arbeitskräftepotenzial stärker zusammenbringen.
Nach wie vor herrsche Fachkräftemangel in Delmenhorst, doch in den meisten Stellenangeboten und im Helferbereich seien gute deutsche Sprachkenntnisse unerlässlich, Flüchtlinge in diese Stellen zu vermitteln braucht noch Zeit.
