Delmenhorst - Ein grauer Strickpullover, eine Jacke in Reptiloptik, ein dunkelblaues Satinkleid, Jeans in allen Farben und Formen – all dies finden junge Erwachsene im Verkaufsraum von Limit an der Lahusentraße 2 in Delmenhorst. Dort können junge Menschen mit schmalem Geldbeutel dreimal wöchentlich Second-Hand-Klamotten einkaufen. So sind seit Projektbeginn im März dieses Jahres schon etwa 1000 Artikel über die Ladentheke gegangen.

Aber nicht nur die Kunden macht Limit glücklich. Das Projekt ist gleichzeitig eine Maßnahme des Jugendförderzentrums, bei der junge Erwachsene unter 25 Jahren auf eine Ausbildung und die Berufswelt vorbereitet werden sollen. Koordiniert wird dieses Projekt vom Bildungszentrum der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) im Auftrag des Jobcenters Delmenhorst.

Der Bestand von zurzeit circa 800 Kleidungsstücken, Accessoires und Gürteln stammt vom DRK. Gewaschen, gebügelt, aufbereitet und dekoriert wird die Ware dann von Teilnehmern des Projektes, wie Sandra Sparke und Martina Siemers als Projektverantwortliche vom BNW erläutern. Ramona Fischer ist seit knapp vier Wochen dabei. „Ich kann hier viel ausprobieren und in viele Bereiche hineinschnuppern. Wir sortieren die Ware, waschen sie und machen sie fertig für den Verkauf“, erläutert die 22-Jährige. „Und wir beraten die Kunden, viele fragen, ob ihnen die Kleidung steht. Das macht besonders Spaß.“

Insgesamt hatte das Projekt bereits zwischen 40 und 50 Teilnehmer, die Maßnahme ist maximal auf sechs Monate ausgelegt. Auch Niko Rickels nimmt seit dem Sommer an der Maßnahme teil. Ihm gefällt das Projekt sehr gut, sein Berufswunsch sei aber Fachlagerist. Aus der Arbeit im Laden konnte er auch Nützliches für das spätere Berufsleben mitnehmen.

„Der Laden wird gut angenommen, wir haben auch einige Stammkunden. Unsere Hauptzielgruppe sind junge Erwachsene, uns besuchen aber auch ältere Semester“, erläutert Sandra Sparke.

Und auch das DRK profitiert vom Gelingen des Projektes. Denn Spenden an der Schulstraße werden im Projekt weiterverarbeitet und aufgearbeitet und können so wertig verkauft werden. Der Erlös geht an das DRK. „Dabei geht es auch um Nachhaltigkeit und Umweltschutz und den Gedanken, dass nicht alles weggeworfen werden muss“, findet die hiesige stellvertretende Kreisgeschäftsführerin des DRK, Sylvia Strössel. Denn selbst Kleidung, die nicht mehr für den Verkauf geeignet ist, wird hier weiterverarbeitet. „Wenn auf der Kleidung ein Fleck ist oder eine Ecke fehlt, können wir daraus noch eine Tasche machen“, erläutert Gewandmeisterin Heike Naß.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland