Delmenhorst - Rund 6000 behinderte Menschen in der Stadt sind am Sonnabend, 15. Oktober, zur Wahl des neuen Beirates für die Belange von Menschen mit Behinderungen aufgerufen. Für die neun Sitze haben sich zwölf Kandidaten gemeldet. Etliche von ihnen sind durch den Selbsthilfetag auf den Beirat aufmerksam geworden und der Meinung, dass in der Stadt mehr für Behinderte erreicht werden müsse. Die Wahl findet von 10 bis 14 Uhr in der Markthalle statt. Alle hoffen auf eine bessere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren. Damals gaben lediglich 78 Behinderte ihre Stimme ab.

„Wir haben schon viel erreicht und jetzt gilt es vor allem, die Zusammenarbeit mit der Stadt zu verbessern“, erklärte Bernd Neumann bei der Vorstellung der Kandidaten am Dienstagabend im Schar-Haus.

Neumann kündigte an, den Vorsitz des Gremiums, den er seit neun Jahren innehat, abzugeben. „Mit der Zeit lässt der Schwung nach“, erklärte er. Er wünsche sich Jüngere und auch Menschen mit Migrationshintergrund als Nachfolger. Mit Ergün Günal (42 Jahre) kandidiert erstmals ein türkischstämmiger Behinderter. Mit Christa Behrens (66) und Tanja Bendix ((46) haben auch zwei Frauen ihr Interesse angemeldet. Weitere Kandidaten sind: Andreas Brüggemann (58), Günter Buckmann (55), Artur Diegel (59), Josef Fresenborg (82), Werner Hantke (63), Norbert Hoffmann (56), Bernd Neumann (69), Lutz Schulz ((56) und Manfred Tietze (65).

Auf den neuen Beirat warten laut Neumann viele Aufgaben. Aktuell kümmere er sich unter anderem um einen Missstand im neu gebauten Ärztehaus am Hasporter Damm. Eine Rollstuhlfahrerin habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass es in dem Haus zwar einen Fahrstuhl zu den Arztpraxen gibt, sie diesen durch die Schwingtür aber nicht erreichen kann. „Sowas geht gar nicht“, erklärte Neumann. Und ebenso schlimm empfindet er die Tatsache, dass eine auf sein Betreiben hin durch die Stadt gesetzte Frist zur Nachbesserung bislang einfach ignoriert wird.

Zufrieden zeigt sich der „alte“ Beirat mit der selbst erarbeiteten und von der Stadt herausgegebenen Broschüre „Leichte Sprache“. Dabei diene die Übersetzung von „Beamtendeutsch“ den Bürgern und der Verwaltung.