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NWZonline.de Region

Der Maler Carl Onken in Wien

15.07.2006

Carl Eduard Onken wurde am 12. März 1846 in Jever als Sohn des Glasers und Malers Christian Eduard Onken und dessen Ehefrau Wilhelmine Katharina Mehrtens geboren.

Carl Onken verlebte seine Kindheit in Jever und besuchte dort die Schule. Seine schulischen Leistungen waren gut, sodass seine Eltern ihn auf das Gymnasium in Jever schickten. Bereits früh deutete sich das hervorragende zeichnerische Talent von Onken an. Bereits in der Quarta verließ er allerdings das Gymnasium, weil es wissenschaftlich ausgerichtet war und sich dadurch für ihn keine künstlerischen Perspektiven boten. Die malerischen und zeichnerischen Fähigkeiten des Sohnes beobachtete der Vater mit großem Misstrauen, auch schätzte er seine vorhandenen Fähigkeiten offensichtlich völlig falsch ein. So bezeichnete der Vater die Bestrebungen von Carl Onken, Maler zu werden, einmal als brotlose Kunst.

Unbeirrt vom Urteil seines Vaters reiste der junge Autodidakt durch die Gegend auf der Suche nach interessanten Motiven. Vornehmlich das Ammerland, Neuenburg, Borkum und Emden hatten es ihm angetan. Dort malte er Landschaften von beeindruckender Schönheit und Professionalität. Das Gemälde „Ammerländer Bauernhaus“, dass Onken im Jahre 1868 im Alter von 22 Jahren malte, ist Beleg hierfür.

Schnell hatte sich das überragende Talent des jungen Mannes bis nach Oldenburg herum gesprochen. In dem Oberkammerherren Friedrich Kurt von Alten (1822-1894), Leiter der großherzoglichen Sammlungen und zuständig für den Ankauf von Gemälden für die großherzogliche Gemäldegalerie, fand Onken einen Förderer, der dafür eintrat, dass Onken finanziell durch den Großherzog von Oldenburg unterstützt wurde. Mit dem vom Großherzog beschafften Stipendium begab sich Onken zunächst nach Berlin. Dort stellte man die Verbindung zu dem gebürtigen Oldenburger Kunstprofessor Christian Griepenkerl (geb. 17. 03. 1839 in Oldenburg gest. 21. 03. 1916 in Wien) her, der an der Wiener Akademie tätig war.

Nachdem sich Griepenkerl von der Qualität der Arbeiten Onkens überzeugt hatte, gab er diesem den Rat sich an der Kunstakademie in Wien für ein Kunststudium zu bewerben. Onken folgte diesem Rat und wurde einige Zeit später in der Akademie angenommen.

Während seines Studiums dort erhielt er mehrere Stipendien. Die Studienreisen führten ihn stets nach Italien, wo er die Stadt Rom besuchte und Wanderungen in den Sabinerbergen unternahm. Die Schönheiten der Landschaft hielt er auf Papier und Leinwand fest.

In dieser Zeit lernte Onken den Altmeister Professor Friedrich Preller(1804-1878) näher kennen, der sich für Onkens weitere Förderung einsetzte. Bei einer zweiten Italienreise widmete sich Onken ganz der Landschaftsmalerei im Stile seines von ihm bewunderten Vorbildes Friedrich Preller.

Zufällig ergab sich dabei die Bekanntschaft mit dem Komponisten und Pianisten Franz Liszt, der seinerzeit in der Villa d`Este in Tivoli lebte und der Onken mehrere Male dabei beobachtet hatte, wie dieser vor seiner Villa die Alten Zypressen malte.

Dieses Gemälde wurde später übrigens auf dem Pariser Salon in Frankreich ausgestellt. Liszt, der von Onkens Fähigkeiten überaus angetan war, lud diesen daraufhin zu Abendgesellschaften in seine Villa ein. Onken folgte den Einladungen, was dazu führte, dass sich sein Bekanntheitsgrad schlagartig erhöhte, zumal Kunstrezensenten in höchsten Tönen über die Qualität seiner abgelieferten Arbeiten berichteten. Bei solchen Veranstaltungen lernte Onken die Fürstin Wittgenstein kennen, die ihn wiederum ihrer Tochter, der Fürstin zu Hohenlohe, in Wien empfahl. Weiterhin ergaben sich Bekanntschaften mit der Gräfin Dönhoff und mit Cosima Wagner (1837-1930), der Ehefrau des Komponisten Richard Wagner. Diese Bekanntschaften führten auch dazu, dass Onken aufgrund seines gestiegenen Bekanntheitsgrades mit Auftragsarbeiten aus den ersten Wiener Kreisen bedacht wurde.

Endlich wurde er selbständig und unabhängig von der finanziellen Unterstützung seiner in Jever lebenden Eltern.

Dank einer sich ergebenden Bekanntschaft mit dem Wiener Kunstprofessor Ludwig Feuerbach (1804-1872) erhielt Onken ein weiteres Stipendium für eine Italienreise. Zunächst wurde der Antrag von der Akademieführung abgelehnt. Auf Druck von vielen an der Akademie tätigen Professoren, die von der Qualität Onkens überzeugt waren, bewilligte die Leitung der Akademie schließlich das Stipendium.

In den darauf folgenden Jahren hatte Onken Kontakt zu bedeutenden Persönlichkeiten dieser Zeit, wie zum Beispiel den Malern Josef von Führich (1800-1876), Hans Markart (1840-1884), Hans Canon (eigentlich Straschiripka, 1829-1885) und den Schriftstellerinnen Betty Paoli (eigentl. Barbara Elisabeth Gluck, 1814-1894) und Sophie Löwenthal (1810-1889), um nur einige wenige zu nennen. Mit dem bekannten Stilllebenmaler Carl Schuch (1846- 1903) ging Onken Malwetten ein und war ihm dabei in

der Qualität der geschaffenen

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