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NWZonline.de Region

Ankaufportale und Co: Das alte Smartphone im Netz zu Geld machen

26.03.2020

München (dpa/tmn) - Hat das alte Smartphone seinen Dienst getan, muss es nicht in der Schublade zwischen ausgedienten Ladekabeln und alten Adaptern versauern. Warum das Gerät nicht verkaufen?

Im Internet bieten sich dafür viele Optionen: Onlinemarktplätze wie Ebay und Amazon, Kleinanzeigenportale oder lokale Gruppen in sozialen Netzwerken zum Beispiel. Wer eine exotischere Marke verkaufen möchte, kann auf spezielle Foren zurückgreifen, erklärt Lisa Brack von der Fachzeitschrift "Chip".

Damit das Gerät nicht unter Wert den Besitzer wechselt, gibt man lieber einen Mindestpreis an, rät sie. Der lässt sich höher ansetzen, wenn der Rechnungsbeleg vorhanden ist und es eine Restgarantie gibt. Auch Originalverpackung, Ladekabel und Speicherkarte steigern den Wert. "Vereinbaren Sie immer Abholung gegen Barzahlung", rät die Expertin. Gerade in einer Stadt sei das gut machbar.

Der Nachteil dieser Verkaufsvarianten: Hier ist Eigeninitiative gefragt. "Man muss hier etwas mehr Zeit einplanen und der Aufwand ist höher", erklärt Andreas Seeger vom Fachmagazin "connect".

Ankaufportale schlagen einen Preis vor

Ankaufsplattformen wie Clevertronic, Rebuy, Zoxs, Flip4new, Myswooop oder Wirkaufens sind eine weitere Option. Hier geben Nutzer in einer Maske ein, um welches Gerät es sich handelt und in welchem Zustand es ist. Danach bekommen sie - je nach Marke, Modell, Alter und Zustand - einen Preisvorschlag. Ist man damit einverstanden, schickt man das Gerät zum Portal. Das Versandlabel ist gratis.

Beim Internethändler wird das Gerät dann geprüft. Entweder nimmt er es so an und überweist das vorab versprochene Geld - oder er schlägt einen anderen Preis vor. Falls man damit nicht einverstanden ist, übernehmen einige Anbieter auch den kostenlosen Rückversand.

Jörg Wirtgen von der Fachzeitschrift "c't" empfiehlt, unbedingt die aktuellen Geschäftsbedingungen (AGB) des jeweiligen Händlers genau zu studieren und sich nicht auf allgemeine Angaben zu verlassen.

Ehrliche Beschreibung ist Trumpf

Gut ist, wenn das Display des Smartphones möglichst nicht verkratzt und der Akku noch gut in Schuss ist, so Brack. Die Buchsen für Strom und Kopfhörer sollten noch funktionieren, ergänzt Wirtgen.

Damit es mit dem Verkauf tatsächlich klappt, ist bei der Zustandsbeschreibung Ehrlichkeit Trumpf. "Man schießt sich ins eigene Bein, wenn man hier schummelt", betont Brack.

Denn die Portale sind streng. "connect" hat einige der Anbieter getestet. Warum sie manche Handys abwerten, konnte Andreas Seeger, der diesen Test geleitet hat, nicht immer nachvollziehen. Manche lieferten nicht einmal eine Begründung dafür.

Vergleichen macht Sinn

"Es lohnt sich immer, die Angebote gegenüberzustellen, da die Preise stark schwanken", rät er. Vergleichsportale wie "Handyverkauf.net", "Recyclingmonster.de" oder "Werzahltmehr.de" helfen dabei.

Die App Myhandycheck bietet zusätzliche Anhaltspunkte. Zunächst muss man darin ein paar Fragen zum Zustand des Geräts beantworten, danach testet die auf dem Smartphone installierte App das Gerät. So erhält man laut Anbieter eine Marktwertschätzung und einen Testreport.

Auf Werkseinstellung zurücksetzen

Wichtig ist: Vor dem Verkauf des Geräts alle persönlichen Daten absichern und danach das Gerät auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Vorher prüft man, ob nicht noch irgendwo alte Daten versteckt sind, etwa auf der SD-Karte, wie Wirtgen betont.

Ihm zufolge funktionieren viele im Rahmen eines Mobilfunkvertrags gekauften Geräte nur mit SIM-Karten des Providers. Nach Vertragsende muss man diese dann gegebenenfalls entsperren lassen.

Und wenn der Aufwand den Nutzen übersteigt? Dann kann man das Smartphone zum Beispiel in einem Elektronikmarkt oder einem Handyshop zurückgeben. "Manche Händler und Hersteller nehmen beim Neukauf ein altes Handy zurück, eventuell gibt es sogar noch etwas Geld dafür", sagt Wirtgen. Jedoch sei das zum Teil auf Geräte desselben Herstellers beschränkt.

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