Köln/Stuttgart - Rein vom technischen Standpunkt aus betrachtet sind Smartphone-Kameras besseren Kompakten und Systemkameras hoffnungslos unterlegen. Nur sehr wenige spezielle Kamerahandys bieten einen optischen Zoom oder eine Einstellmöglichkeit für die Lichtempfindlichkeit. „Nach wie vor ist es nicht möglich, die Blende einzustellen, die – aus fotografischer Sicht betrachtet – das Herzstück der Fotografie ist“, sagt Fotografin Jana Mänz aus Grimma.

Doch mit Hilfe von Foto-Apps lässt sich der Funktionsumfang der Kamera um spezielle Zoom-Eigenschaften oder aber auch detaillierte Belichtungseinstellungen erweitern. Und: „Der Funktionsumfang heutiger Bildbearbeitungs-Apps reicht vom einfachen Zuschneiden des Bildes über das Anwenden von Filtern bis hin zur komplexen Bildbearbeitung mit mehreren Bildebenen, wie man es etwa von Adobe Photoshop kennt“, sagt Michael Peuckert vom Telekommunikationsmagazin „connect“. Per App lassen sich auch viele spannende Effekte auf ein Bild anwenden. Meist sind die Apps sogar gratis. „Echte Profitools, die etwa den Umgang mit mehreren Bildebenen beherrschen, lassen sich jedoch hauptsächlich bei Bezahl-Apps finden“, sagt Peuckert.

„Stellt die App auch eine eigene Community zur Verfügung, wie zum Beispiel Instagram, dann sollte man sehr genau in die Datenschutzvereinbarungen schauen, ob man eventuelle Rechte abtritt“, rät Martin Förster vom Fotoblog „Lensarmy.de“. Bei Apps, mit denen nur bearbeitet wird, müsse man solche Klauseln aber nicht fürchten.

Förster empfiehlt Android- und iOS-Nutzern grundsätzlich dieselben Apps: EyeEm, Instagram, Hipstamatic und VscoCam. Auch die „connect“ hat Foto- und Bildbearbeitungs-Apps getestet. „Hier entpuppten sich Camera Zoom FX für Android und ProCamera für Apple als die nützlichsten Apps“, zählt „connect“-Redakteur Peuckert auf. Foto-Apps für Windows Phone erhielten keine gute Bewertung. Für die Bildbearbeitung empfiehlt der Experte dagegen für alle drei Betriebssysteme PicsArt.