AURICH - Konzentriert schaut Felix Much auf das kleine gelbe GPS-Gerät in seiner Hand und geht ein paar Schritte nach vorn. Der Pfeil auf dem Display schwankt erst nach links, dann leicht nach rechts. Der 28-Jährige und seine Mitstreiter Hannes und Maike wechseln einen Blick, dann biegen sie rechts ab und stehen auf einer Allee. Hier irgendwo im Herzen Ostfrieslands liegt er versteckt, der Schatz, oder wie Felix und seine Freunde sagen: der Cache.

Die drei sind sogenannte Geocacher und damit so etwas wie Schatzsucher der Neuzeit. Statt mit Landkarte und Kompass gehen sie per Internet und moderner Satellitennavigation auf die Jagd. Und sie sind nicht allein. Längst ist der Trend aus den USA nach Europa geschwappt. Ziel von „Geocaching“ ist es, einen zumeist in Metall- oder Plastikbehältern befindlichen Schatz anhand von GPS-Koordinaten zu finden. Dessen exakte Position findet man im Internet unter anderem auf den Webseiten geocaching.com oder navicache.com. Hört sich simpel an, ist es aber nicht. Denn der Weg zu den Verstecken ist mit Hindernissen, Rätseln und Aufgaben gespickt. Diese können zum Teil sehr extrem sein.

In den Weiten Lapplands ist die Schatzsuche mit einem achttägigen Wandertrip verbunden. Andere Verstecke sind nur mit hochalpiner Ausrüstung und fundierten Kletterkenntnissen erreichbar, einige warten in den Tiefen der See auf tauchende „Geocacher“. Hat man den Schatz „gehoben“, verewigt man sich im beiliegenden Logbuch, tauscht einen Gegenstand aus, den man in den meisten Dosen findet. Später trägt man den Fund auch im Internet ein.