Berlin - Ein mobiler Hotspot vernetzt Notebooks, Tablets und andere Geräte per WLan miteinander und verbindet sie übers Mobilfunknetz mit dem Rest der Welt. Das ist praktisch für Reisende oder für Leute, an deren Wohnort es kein Glasfaser-, DSL- oder TV-Kabelinternet gibt. Ein Test zeigt: Alle sind recht schnell, aber längst nicht alle sind sicher.
Hotspots für unterwegs
Es wurden vierzehn WLan-Router mit Mobilfunk-Modem geprüft. Die Preise liegen zwischen 55 und 560 Euro. Acht dieser mobilen Hotspots haben einen Akku und sind für unterwegs gedacht – etwa für den Familienurlaub oder Dienstreisen in Arbeitsgruppen. Die übrigen sechs kommen mit Netzteil und sind primär für zu Hause ausgelegt, als Alternative zum DSL- oder Kabelrouter. Das Ergebnis ist durchwachsen: Immerhin sechs Geräte sind gut. Doch drei fallen wegen eklatanter Sicherheitsmängel durch.
Kritische Lücken
Egal ob unterwegs oder daheim: Ein Router ist das Herzstück des Netzwerks und damit ein beliebtes Ziel für Hacker. Umso schockierter waren die Tester, als in den Sicherheitsprüfungen gleich drei Modelle von Asus, D-Link und TP-Link mit gefährlichen WLan-Lücken auffielen. Unbefugte können darüber leicht ins WLan eindringen und zum Beispiel Daten abgreifen. Das ist mangelhaft.
Drei weitere Modelle von Netgear, Tenda und Vodafone weisen bei den Sicherheitsfunktionen Schwächen auf, die zwar ebenfalls peinlich für die Anbieter sind, aber keine dramatischen Risiken bergen. Deren Sicherheit kann mit Ausreichend bewerten werden.
5G-Funktechnik teuer
Doch auch abseits der Sicherheit zeigt der Test deutliche Unterschiede – kein Wunder bei der riesigen Preisspanne von mehr als 500 Euro. Die enormen Preisunterschiede haben mit der von den Geräten jeweils unterstützten Mobilfunktechnik zu tun: Die teuersten im Test können Datenverbindungen nicht nur per LTE-Technik aufbauen („Long Term Evolution“, auch „4G“ genannt, für „vierte Generation“). Sie sind auch in der Lage, Daten über modernste 5G-Netze („fünfte Generation“) und damit noch schneller zu übertragen.
Datenübertragung
Im Praxistest erreichen einige Modelle auf diese Weise an einem optimal versorgten Mobilfunkmast atemberaubende Datenraten: Der Schnellste, die ZTE HyperBox, schaffte im 5G-Netz Downloads mit mehr als 700 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Zum Vergleich: Nicht wenige Haushalte nutzen noch DSL-Anschlüsse mit „nur“ 16 MBit/s. Verglichen damit sind selbst die langsamsten der reinen LTE-Router im Test mit über 40 MBit/s immer noch rasant. 5G ist zwar zukunftsträchtiger, aber vielen wird heute noch ein günstigeres 4G-Gerät reichen.
Reichweiten
In der WLan-Reichweite schneiden die Geräte mit Akku tendenziell schlechter ab als die mit Netzteil. Sie sind in der Regel kleiner, leichter und eher dafür gedacht, dass man sich im Hotelzimmer oder auf dem Campingplatz um sie schart, als dass sie ganze Wohnungen oder gar Häuser mit WLan versorgen müssten.
Eine Ausnahme ist die Telekom Speedbox 2: Sie schafft als einziger Akku-Hotspot eine gute WLan-Reichweite. Dafür ist sie deutlich größer und mit mehr als 600 Gramm auch viel schwerer als die Konkurrenz. Schwach: Ihr Akku braucht vier Stunden zum Laden, ist aber nach gut zweieinhalb Stunden Betrieb schon wieder leer! Für den mobilen Einsatz taugt dieses Modell damit nur begrenzt. Am längsten hält mit 11,5 Stunden Acer durch, gefolgt von ZTE HyperMobile mit 7,5 Stunden.
Anmelden am Router
Das Kürzel WPS steht für „WiFi Protected Setup“. Diese Technik wurde vor einigen Jahren eingeführt, um das Anmelden von Endgeräten im WLan zu vereinfachen. Sie gilt aber schon lange als unsicher. Es gibt verschiedene WPS-Verfahren. Verbreitet sind WPS-Taste und -Pin-Code.
WPS-Taste. Viele Router verfügen über eine WPS-Taste. Wird sie gedrückt, schaltet der Router vorübergehend in einen speziellen Koppelungs-Modus, in dem er jedes Endgerät ins WLan lässt, das ebenfalls im Koppelungs-Modus ist. Risiko: Wer Zugriff auf die WPS-Taste hat, hat Zugang zum WLan!
WPS-Pin. Beim Pin-Verfahren muss man einen achtstelligen Zahlencode kennen, um Zugriff aufs WLan zu haben. Die drei mangelhaften Geräte im aktuellen Test zeigten unterschiedliche Lücken im WPS-Pin-Verfahren. Asus und TP-Link waren anfällig für einen Angriff namens „Pixie Dust“ („Feenstaub“), der sich einen schon länger bekannten Fehler in der Programmierung des WPS-Verfahrens zunutze macht. Bei D-Link war eine unsichere, leicht zu erratende Standard-Pin voreingestellt. Besonders fatal: Beim D-Link blieb WPS auch dann aktiv, wenn es im Menü abgeschaltet war.
Fazit
Der beste Hotspot mit Akku ist der ZTE HyperMobile 5G-MU5001 (289 Euro), bester mit Netzteil die AVM FritzBox 6850 5G (560 Euro). Unter den Akku-Geräten bietet Huawei 4G Mobile WiFi 3 für 129 Euro gute Datenübertragung und Akkuleistung. Unter denen mit Netzteil ist die ZTE HyperBox 5G-MC801A für 281 Euro das günstigste Gute.
