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NWZonline.de Ratgeber Digitale Welt

Eindämmung Der Pandemie: So funktioniert die neue Corona-Warn-App

17.06.2020

Oldenburg Seit den frühen Morgenstunden ist die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts (RKI) nun für Apple- und Android-Smartphones erhältlich. Sie soll Nutzerinnen und Nutzer vor einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 warnen. Wir haben die kostenlose App heruntergeladen – und so funktioniert sie:

So funktioniert die Corona-Warn-App

Die Tracing-App (Tracing = Verfolgung) speichert sämtliche Kontakte mit anderen Geräten, auf denen die App aktiviert ist, 14 Tage lang auf dem Smartphone – anschließend werden sie gelöscht. Ein Kontakt bedeutet, dass sich die Telefone für einen bestimmten Zeitraum innerhalb eines bestimmten Abstands zueinander befunden haben. Adressen, Telefonnummern, Geo-Positionen etc. werden NICHT gespeichert. Diese Werte werden vom RKI festgelegt. Laut Peter Gewald vom Chaos Computer Club Oldenburg soll der berücksichtigte Abstand zehn Meter betragen.

Um die Kontakte ermitteln zu können, müssen die Geräte Bluetooth aktiviert haben.

Corona-Warn-App: Herunterladen

Laden Sie sich die Corona-Warn-App aus dem Google Play Store oder aus Apples App Store herunter. Für die App wird das Betriebssystem iOS 13.5 (Apple) bzw. Android 6 (Google) benötigt. Ältere Geräte, die nicht auf diesen Betriebssystemen laufen, können die App nicht installieren.

Corona-Warn-App: Datenschutz

Nach Start der App wird zunächst ihre Funktion erklärt und die Datenschutzbestimmungen angezeigt. Die Datensicherheit ist im Vorfeld ein erheblicher Kritikpunkt an Corona-Apps gewesen. Unter anderem heißt es hier, dass lediglich der Zugriff auf die App, Bluetooth-Signalstärke, Datum und Zeitpunkte der Kontakte (aber keine GPS-Standorte) sowie Datum, Uhrzeit und Datenmenge bei Abruf von Daten des zentralen Servers der App gespeichert werden.

Risiko-Ermittlung und Benachrichtigungen

Um die Funktionen der Corona-Warn-App nutzen zu können, müssen Nutzerinnen und Nutzer zunächst der Risiko-Ermittlung, also dem Sammeln von Kontakten zu anderen Smartphones mit der App über Bluetooth, zustimmen. Anschließend empfiehlt es sich, Benachrichtigungen zuzulassen. Denn sobald ein anderer Nutzer, dessen Telefon sich längere Zeit in der Nähe des Telefons eines anderen Nutzers befunden hat, der App einen positiven Coronavirus-Test mitteilt, würden derjenige darüber informiert. In diesem Fall würde die App eine Push-Nachricht rausschicken.

Darstellung des Infektionsrisikos

Doch auch ohne Push-Nachricht lässt sich das eigene Infektionsrisiko in der Corona-Warn-App nachvollziehen. Die Berechnung des Risikos wird täglich aktualisiert, im Moment fehlen dazu natürlich noch die entsprechenden Daten.

Corona-Warn-App: Positiven Befund mitteilen

Entscheidend für den Erfolg der App ist es, dass definitiv Infizierte ihren positiven Test an den zentralen Server melden. Denn nur so können die anderen Geräte, auf denen die App aktiv ist, auch ggf. gewarnt werden.

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Unter „Informieren & Mitmachen“ ist das möglich. Um Missbrauch vorzubeugen, müssen die Testergebnisse per QR-Code oder manueller TAN-Nummern-Eingabe bestätigt werden. Wer weder QR-Code noch TAN-Nummer hat, kann sich die TAN bei einer Hotline erfragen.

App mit anderen Nutzern teilen

Damit die Corona-Warn-App bei der Eindämmung der Pandemie helfen kann, müssen sie viele Menschen auch nutzen. Die Rede ist von 60 Prozent der Bevölkerung – allerdings können auch geringere Teilnahmequoten schon zu Erfolgen führen und die Verbreitung des Virus zumindest abschwächen. Das sagen zumindest die Forscher der Oxford University, aus deren Studie die notwendigen 60 Prozent überhaupt stammen.

Über die App lassen sich auch Freunde einladen, die Corona-Warn-App herunterzuladen. Dies funktioniert über alle gängigen Kanäle wie z.B. Mail, SMS oder Whatsapp.

Welche Bedenken zum Datenschutz gibt es?

Mit der nun erschienenen Version der Corona-Warn-App zeigen sich Datenschützer und IT-Fachleute durchweg zufrieden. Das war nicht immer so: Ursprünglich sollte die App mit Hilfe von Geo-Informationen Kontakte zu anderen App-Nutzern herausfinden und zentral speichern. Der Chaos Computer Club (CCC) nannte dies einen „zentralisierten Überwachungsalptraum“. Die nun eingesetzte Bluetooth-Technik kann andere Geräte präziser erkennen und orten, die genaue Position der Geräte wird jedoch nicht gespeichert.

Und auch die zentrale Speicherung aller Kontakte auf einem Server gab Anlass zur Sorge. Jetzt ist die App dezentral organisiert, d.h. die Kontakte zu anderen Smartphones werden verschlüsselt nur auf dem eigenen Smartphone gespeichert. Weiterhin muss aber natürlich ein regelmäßiger Abgleich mit den Daten anderer Smartphones stattfinden – denn die Information, dass sich ein App-Nutzer infiziert hat, muss ja auf den Geräten landen, die sich in der Nähe befunden haben. Dies geschieht weiterhin über einen zentralen Server. Allerdings wird von dort nur die anonyme Identifikationsnummer des Infizierten abgerufen. Der eigentliche Abgleich mit den eigenen Daten passiert dann dezentral auf dem eigenen Smartphone.

Welche Folgen hat eine Risiko-Warnung in der App?

Die App soll ihre Nutzerin oder Nutzer warnen, wenn sie sich in den vergangenen 14 Tagen für einen kritischen Zeitraum in der Nähe eines nachweislich Infizierten (genaugenommen sind es natürlich deren Mobilgeräte) aufgehalten haben. Selbst wenn dies der Fall war, kann die App natürlich keine Infektion nachweisen, sondern lediglich ein Infektions-Risiko berechnen. Was passiert, wenn ein erhöhtes Risiko festgestellt wird?

Der Hinweis der App ist lediglich als Information zu verstehen. Damit einher geht eine Empfehlung der Bundesregierung bzw. des Robert-Koch-Instituts, mit dem Hausarzt, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder dem örtlichen Gesundheitsamt Kontakt aufzunehmen. Der Arzt oder das Amt können dann über eine Quarantäne bzw. Krankschreibung entscheiden. Die Benachrichtigung der App selbst zählt nicht als solche.

Können Fehlalarme der App vorkommen?

Witzbolde können zumindest keinen positiven Corona-Test in die App eingeben, denn die hier eingegebenen Daten werden mit den offiziellen Testergebnissen abgeglichen. Allerdings kann es sein, dass ein kritischer Kontakt festgestellt wurde, obwohl sich die beiden Smartphone-Träger die ganze Zeit von einer Glaswand getrennt voneinander aufgehalten haben.

Christian Schwarz Redakteur / Online-Redaktion
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