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NWZonline.de Ratgeber Digitale Welt

Falschmeldungen auf Facebook ohne Einfluss

12.11.2016

Los Angeles /Wien Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bezweifelt, dass weit verbreitete Falschmeldungen bei dem Online-Netzwerk den Ausgang der Präsidentenwahl in den USA mitentschieden hätten. „Ich persönlich halte es für eine ziemlich verrückte Idee, dass falsche News auf Facebook, die nur einen sehr geringen Anteil der Inhalte ausmachen, die Wahl auf irgendeine Weise beeinflusst haben könnten“, sagte Zuckerberg bei einem Auftritt auf der Konferenz „Techonomy“ in Kalifornien in der Nacht zum Freitag. Die Wähler entschieden auf Grundlage ihrer Lebenserfahrung.

Facebook war im Wahlkampf vorgeworfen worden, das Online-Netzwerk habe zu wenig gegen die Ausbreitung gefälschter Nachrichten-Artikel unternommen. Die angeblichen Berichte gossen meist Wasser auf die Mühlen des republikanischen Präsidentschaftsanwärters Donald Trump. So hieß es zum Beispiel, der Papst habe dessen Kandidatur unterstützt. Facebook ist für viele Mitglieder zu einer zentralen Nachrichtenquelle geworden. „Wenn etwas in sozialen Medien kursiert, glauben die Menschen daran“, betonte Präsident Barack Obama kurz vor der Wahl.

Zuckerberg bestritt auch, dass sich im Newsfeed des Online-Netzwerks eine sogenannte Filterblase bilde, in der den Nutzern durch Software-Algorithmen vor allem Nachrichten angezeigt werden, die zu ihren Ansichten passen und diese damit nur verfestigen. So habe eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie von Facebook gezeigt, dass sich die angezeigten Nachrichten für Liberale und Konservative nur geringfügig unterschieden.

Zugleich zeigte sich dabei aber auch, dass die Menschen seltener auf Überschriften klicken, die nicht mit ihrer Meinung übereinstimmen. Man neige dazu, Dinge auszublenden, die nicht der eigenen Weltsicht entsprächen, sagte Zuckerberg. „Ich weiß nicht, was man dagegen unternehmen kann.“

Der für Produktmanagement zuständige Facebook-Manager Adam Mosseri räumte zugleich ein, das Online-Netzwerk müsse mehr unternehmen, um gefälschte Nachrichten zu entdecken und herauszufiltern. Facebook habe zwar jetzt schon Verfahren, um Falschmeldungen zu erkennen. „Trotz dieser Anstrengungen ist uns bewusst, dass wir so viel mehr machen müssen.“

Facebook war mitten im Wahlkampf vorgeworfen worden, Mitarbeiter hätten in den Nachrichten-Trends in den USA Berichte über konservative Politiker unterdrückt. Das Online-Netzwerk fand in einer internen Untersuchung keine Belege für eine bewusste Manipulation, inzwischen werden die Nachrichten-Trends aber weitgehend von Algorithmen ohne menschliches zutun erstellt. Seitdem rutschten dort immer wieder gefälschte News durch.

Kritik war unter anderem von Oscar-Preisträger Christoph Waltz gekommen, der in den sozialen Netzwerken eine Ursache für den Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl sieht. „Diese sogenannten sozialen Netzwerke haben ja auch eine sehr, sehr hohe antidemokratische und undemokratische Energie“, sagte der Schauspieler in einem Gespräch der österreichischen Nachrichtensendung „ZiB24“. „Und ich wage zu bezweifeln, dass dieser brunzdumme Irrsinn ohne sogenannte soziale Netzwerke so schnell zu verbreiten gewesen wäre.“

Er sei nach dem Sieg des Republikaners sehr besorgt. „Wenn Trump mit dem Erfolg hat, was er im Wahlkampf angekündigt hat, dann ist das Ende erreicht“, sagte der 60-jährige gebürtige Wiener.

Zu der Einschätzung, dass Soziale Medien wie Facebook und Twitter intensiver beobachtet werden müssten, um künftig zutreffende Wahlvorhersagen machen zu können, kommt der baden-württembergische Internet-Analyst Marc Trömel. Die klassischen Methoden der Demoskopie müssten entsprechend verbessert und ergänzt werden, forderte Trömel am Donnerstag im Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden. „Man müsste sich ganz gezielt anschauen, bei Menschen, die man befragt: Sind diese Menschen Multiplikatoren? Sind das Menschen, die Meinungen weiterverbreiten?“

Heute orientierten sich sehr viele Menschen an dem, was sie in ihrem Umfeld in den Sozialen Netzwerken wahrnähmen, betonte Trömel. Populisten nutzten dies gezielt aus. Auch im US-Wahlkampf sei das deutlich geworden, von den klassischen Vorhersagen aber viel zu wenig berücksichtigt worden.

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