Oldenburg - Computer, Tablets und Smartphones haben längst generationsübergreifend einen festen Platz in unserem Alltag eingenommen. Online-Banking, der schnelle Einkauf per Mausklick oder der Austausch über Soziale Medien sind für viele von uns inzwischen selbstverständlich.
Am Montagabend diskutieren bei den sechsten Oldenburger Schlossgesprächen fünf renommierte Experten unter der Leitung der Fernsehjournalistin Maybrit Illner vor 260 Zuhörern über das Thema „Ist der Mensch im Netz gefangen?“. Die Wissenschaftler Prof. Dr. Marco Gercke, Prof. Dr. Albrecht von Müller, Prof. Dr. Jürgen Taeger, Prof. Dr. Peter Vorderer und die Aktivistin und Publizistin Anke Domscheit-Berg beleuchteten fachliche und gesellschaftliche Facetten des Themas.
Die Runde war sich darin einig, dass die digitalen Medien durch eine Vielzahl interaktiver Anwendungen unser Arbeits- und Privatleben in den vergangenen Jahren tiefgreifend verändert haben. Sie warnten jedoch auch: Neben der Schaffung neuer Freiräume werde über das Internet auch Kontrolle ausgeübt. Dies werfe unmittelbar die Frage auf, wie programmierbar unsere Gesellschaft sei.
Der Oldenburger Rechtsinformatiker Prof. Dr. Jürgen Taeger machte dabei deutlich: „Es darf nicht sein, dass alle meine persönliche Daten, die über mich verfügbar sind, auch zur Verfügung gestellt werden – ohne mich zu fragen.“ Anke Domscheit-Berg („Es gibt mehr Identifikations-Möglichkeiten im Netz als gewünscht“) forderte, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) dahingehend verändert werden müssten, dass sie kurz und einfach das beschrieben, worauf sich Menschen in diesem Bereich einlassen.
Die Oldenburger Schlossgespräche sollen ein Brückenschlag von der Wissenschaft in die Gesellschaft sein. Sie sind seit 2009 eine Kooperationsveranstaltung von EWE Stiftung, Universität Oldenburg und Hanse-Wissenschafts-Kolleg Delmenhorst.
