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NWZonline.de Ratgeber Digitale Welt

Grusel-Briefe gehören gelöscht

09.07.2013

Oldenburg Sie sind einfach nicht totzukriegen: die Kettenbriefe, mit denen die Absender ihren Mitmenschen bestenfalls nur die Zeit stehlen und sie schlimmstenfalls in Angst und Schrecken versetzen wollen. Im Internet heißen die penetranten Briefe mit Weiterleitungsappell „Hoaxes“, englisch für Scherz, Streich oder Falschmeldung. Sie machen die Runde per E-Mail, in Sozialen Netzwerken, per SMS oder andere Nachrichtendienste. Der Hoax-Klassiker warnt vor angeblichen Viren, über den Nachrichtendienst WhatsApp kursiert seit Längerem die Information, der Dienst solle schließen oder kostenpflichtig werden.

Solche Falschmeldungen sind nervig, manche Verfasser treiben es aber noch schlimmer. Ein Kettenbrief über WhatsApp hat vor Kurzem an einer Schule im Oldenburger Münsterland für Unruhe gesorgt. Der Urheber gab sich aus als ein Junge ohne Hände und mit blutigem Gesicht. Werde die Nachricht nicht an 17 Leute weitergeleitet, komme er um Mitternacht vorbei und werde Schreckliches anrichten. Besorgte Eltern fragen sich, ob alle Kinder den Humbug als solchen erkennen. Hoax-Experte Frank Ziemann aus Berlin, der seit vielen Jahren die Internetseite hoax-info.de betreibt, rät: „Das typische Kennzeichen, das sofort die Alarmklingel auslösen sollte, ist die Aufforderung ,Bitte weiterleiten‘!“ (weitere Erkennungsmerkmale siehe Infokasten).

Thematisch sind die Kettenbriefe eingeschränkt. Virenwarnungen, Gewinnversprechen, Hilferufe, gruselige Märchen oder Verschwörungstheorien: „Es sind immer Variationen derselben Geschichten“, hat Ziemann festgestellt. Auch der Möchtegern-Schocker aus dem Oldenburger Münsterland war nicht wirklich einfallsreich. Auf dem Netzwerk SchülerVZ kursierte schon 2010 die Geschichte: „Hallo mein Name ist Freddy. Ich bin 40 Jahre alt. Ich bin Tod. Man hat mich ermordet! Wenn du diese Mail nicht in 10 Minuten an 15 Leute schickst stehe ich heute abend in deinem Bett mit einem Messer und will dich töten!“

„Hoaxes“ erkennen

Kettenbriefe lassen sich meist schnell als Schabernack („Hoax“) erkennen:

Der Adressat wird aufgefordert, die Nachricht schnell an viele Menschen weiterzuleiten (an „alle“ oder an eine bestimmte Anzahl).

Am Anfang stehen Begriffe wie zum Beispiel „Achtung!!!“, „Letzte Warnung!“, „Kein Scherz“ oder „Bitte ernst nehmen!“

Die Wirkung wird sehr drastisch dargestellt. Das Weiterleiten sei angeblich der einzige Weg, um sich vor hohen Kosten oder Gefahren für Leib und Leben zu schützen.

Oft finden sich Aktualitätsangaben wie „gestern“ oder „am Freitag“. Wenn ein Kettenbrief Wochen unterwegs ist – wann war dann „gestern“?

Achtung: Viren können sehr wohl per E-Mail verschickt werden. Bei Hoaxes mit E-Mail-Warnungen rät der Experte Frank Ziemann: Anhänge nicht öffnen, Mail einfach löschen.

Wer unsicher ist, was es mit einer Hoax-Mail auf sich hat, kann sich bei der TU Berlin Rat holen:

    http://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax/melden.shtml

    http://hoax-info.de

Dr. medic (RO) Agneta Paul, Klinikdirektorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Klinikum Oldenburg, kennt solche Fälle, die sie dem immer weiter um sich greifenden Problemfeld Cyber-Mobbing zurechnet: „Viele Kinder und Jugendliche werden durch solche Formen von Erpressungen und Androhungen tyrannisiert. Die Opfer fühlen sich hilflos. Viele entwickeln schwere emotionale Belastungen mit psychosomatischen Beschwerden, schwere Angststörungen bis hin zu Depressionen und nicht selten selbstverletzendes Verhalten bis hin zum Suizid“, weiß die Ärztin aus ihrem Berufsalltag.

Der Hoax-Experte Ziemann rät: „Eltern sollten mit ihren Kindern darüber sprechen, dass es Menschen gibt, die es lustig finden, andere zu erschrecken. Sie sollten ihren Kindern vermitteln, dass sie ihre Ängste durchaus ernst nehmen, dass diese Ängste jedoch unbegründet sind.“ Ansonsten gelte für Kettenmails: löschen, vergessen und keinesfalls weiter Zeit damit verschwenden.

Irmela Herold Redakteurin / Online-Redaktion
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