Washington - Im Computer eines Stromversorgers im US-Staat Vermont ist ein Schadprogramm entdeckt worden, das die US-Regierung einer mutmaßlichen russischen Hackeroperation zuordnet. Der Code sei jedoch nicht benutzt worden, um den Betrieb des Stromnetzes zu stören, berichtete die „Washington Post“ unter Berufung auf Regierungsbeamte.
Der Stromversorger Burlington Electric teilte auf seiner Webseite mit, dass man die Schadsoftware auf einem einzelnen Laptop gefunden habe. Der Computer sei aber nicht mit dem Stromversorgungssystem verbunden gewesen und sofort „isoliert“ worden. Alle Computer seien überprüft worden, nachdem das Washingtoner Heimatschutzministerium die Stromversorger vor dem Schadprogramm gewarnt habe.
Burlington Electric-Manager Neale Lunderville versuchte unterdessen, die Stromkunden zu beruhigen. Der Vorfall sei beunruhigend, die Stromversorgung sei aber nicht gefährdet, sagte Lunderville der „Burlington Free Press“ am Samstag. Die Ermittler hätten bislang keine Beweise gefunden, dass seine Firma gezielt angegriffen worden sei. Das Schadprogramm sei bei einem Routine-Check entdeckt worden.
Die US-Regierung wirft russischen Geheimdiensten Hackerangriffe während des Präsidentschaftswahlkampfes vor. Die Vorwürfe beruhen auf Angaben aus den US-Geheimdiensten, die kaum unabhängig zu überprüfen sind, weil die Dienste keine Beweise vorlegen. Eine eindeutige Zuordnung zu einem Herkunftsland oder einer speziellen Hackergruppe ist nach Überzeugung von Experten in den meisten Fällen mit herkömmlichen Methoden kaum noch möglich.
Als Reaktion auf die angeblichen Hackerangriffe hatte der scheidende US-Präsident Barack Obama am Donnerstag die Ausweisung von 35 russischen Diplomaten verfügt. Russland hatte auf eine gleichwertige Gegenmaßnahme verzichtet.
