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NWZonline.de Ratgeber Digitale Welt

Abgabe: Gegen App-Store-Regeln formiert sich Widerstand

18.08.2020

Menlo Park Die Abgabe von 30 Prozent, die Apple und Google bei In-App-Käufen nehmen, gerät zunehmend unter Druck. Nach der Eskalation des Streits durch den „Fortnite“-Entwickler Epic Games schlug sich auch Tech-Gigant Facebook auf die Seite der Kritiker.

Facebook verärgert

Das Online-Netzwerk stellte am Wochenende eine neue Funktion vor: die Möglichkeit, bei Facebook kostenpflichtige Veranstaltungen zu organisieren. Das können zum Beispiel Yoga-Stunden oder Kochkurse sein. Facebook versprach, dass die Unternehmer dabei nach dem Willen des Konzerns den gesamten Erlös bekommen sollen – außer von Nutzern auf Apples iPhones und iPads. Und Facebook macht den iPhone-Konzern dafür verantwortlich. „Wir haben Apple gebeten, die App-Store-Steuer von 30 Prozent zu reduzieren oder uns Facebook Pay nutzen zu lassen, damit wir den Geschäften, die durch die Covid-19-Pandemie zu kämpfen haben, alle Kosten abnehmen können“, schrieb Facebook in einem Blogeintrag. „Unglücklicherweise haben sie beide Anfragen abgelehnt und die kleinen und mittleren Unternehmen werden nur 70 Prozent von ihren hart verdienten Erlösen bekommen.“

Kosten längst gedeckt

Apple nimmt von Anbietern eine Abgabe von 30 Prozent bei Käufen innerhalb von Apps auf seinen iPhones und iPads. Das gilt seit der Einführung des App Stores 2008. Zuletzt regt sich aber immer mehr Widerstand dagegen. Ein Grund ist das exorbitant gestiegene Geschäftsvolumen: Beim Start des App Stores sagte Apple-Gründer Steve Jobs noch, die Abgabe solle nur dazu dienen, die Kosten der Plattform zu decken. Mit dem Wachstum der App-Okönomie gehen Marktbeobachter davon aus, dass deutlich mehr als die Kosten übrig bleiben. Auf Android-Geräten nimmt Google ebenfalls 30 Prozent von Kaufpreis. Ein Unterschied ist allerdings, dass man bei Android Apps auch aus anderen Quellen laden kann.

Unlängst wurden die Macher des Online-Spiels „Fortnite“ zum Wortführer der Proteste. Die Entwicklerfirma Epic Games führte in den Mobil-Apps die Möglichkeit ein, virtuelle Artikel günstiger direkt bei ihr zu kaufen. Prompt wurde „Fortnite“ aus Apples App-Plattform und aus Googles Play Store verbannt.

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