Oldenburg - Deutschland ist Weltmeister, die Saisons in der Bundesliga und der NBA stehen kurz bevor: Die Zeit ist ideal für eine Runde Basketball auf der Spielekonsole. NBA 2k24 ist seit einigen Tagen zu haben und dürfte von vielen Freunden des orangenen Leders sehnsüchtig erwartet worden sein. Gamer können wie immer aus 30 NBA-Teams, den 12 Mannschaften der WNBA (Frauen) sowie zahlreichen historischen NBA-Teams wählen.
Doch ist das Spiel mehr als nur die Vorgängerversion 2k23 mit einem Kader-Update und zwei, drei kleinen Änderungen im Gameplay, die Gelegenheitsspielern ohnehin nicht auffallen? Schauen wir genauer hin:
Neue Scans – Neue Bewegungen
Grafisch scheint sich tatsächlich nicht allzu viel geändert zu haben. Auf der Playstation 5 sind die Bewegungen der Spieler sowie Licht- und Schatteneffekte auf dem Parkett auf dem gewohnt hohen Niveau. Einzig die Gesichtsausdrücke sehen weiterhin zum Teil etwas unnatürlich aus. Was neu ist: Die Animationen der Spieler vom Wurf übers Dribbling bis zum Korbleger oder Dunking und anschließendem Jubel basieren nicht mehr auf eingescannten Bewegungen eines Spielers, der in einer Trainingshalle ein Basketballspiel simuliert. Vielmehr wurden Spieler in echten Wettkampfsituationen in der NBA gescannt. Und tatsächlich wirkt das Spiel lebendiger und realistischer.
Mit einem Wert von 98 der stärkste Spieler in NBA 2k24: Nikola Jokic, MVP und Star-Center von Meister Denver Nuggets. Wer seine Bewegungen auf dem Bildschirm sieht, hat das Gefühl, das Original vor sich zu haben. Bild: 2k
Geschichte der NBA neu schreiben
Ein wichtiger Teil der NBA-2k-Spiele sind seit Jahren die historischen Teams. In den vergangenen Jahren ist hier allerdings etwas Stagnation eingekehrt. Wie in NBA 2k23 können komplette Saisons in historischem Umfeld gespielt und die Geschichte der NBA neu geschrieben werden: Was wäre gewesen, wenn nicht die Chicago Bulls 1984 Michael Jordan im Draft ausgewählt hätten? Wenn Kobe Bryant 1996 bei den Charlotte Hornets geblieben wäre? Oder Dirk Nowitzki 1998 bei den Milwaukee Bucks?
Neu ist in diesem Jahr, dass auch Einzelspiele aller historischer Teams aus vier Jahrzehnten seit den 1980ern gespielt werden können. Theoretisch kann sogar die damalige TV-Qualität genutzt werden. Das trägt zwar zu Realismus und Nostalgiegefühlen bei, ist auf Dauer für die Augen aber eine schwere Belastung.
Ein Tribut an Kobe Bryant
Nostalgie ist auch Teil der neuen „Mamba Moments“, die die Karriere des legendären Kobe Bryant (genannt „Black Mamba“) ehrt, der in diesem Jahr 45 Jahre alt geworden wäre. Er kam 2020 bei einem Hubschrauber-Absturz ums Leben. Vergleichbar mit der „Jordan Challenge“ in NBA 2k23 gilt es, bei den „Mamba Moments“ wichtige Meilensteine in Bryants Karriere nachzuspielen und zumindest ähnliche Erfolge zu erreichen. Erstaunlicherweise ist das 81-Punkte-Festival aus dem Jahr 2006 nicht dabei. Manches, was im echten Leben passiert, ist wohl selbst für ein Videospiel zu unrealistisch.
Mein Traum: meine Karriere in der NBA
NBA 2K trumpft auch in seiner neuesten Auflage mit einem Karrieremodus auf. Und alleine die Idee hat ja ihren anhaltenden Reiz: einmal ins Trikot eines Teams schlüpfen und in der besten Basketballliga der Welt mitmischen.
Bevor der digitale eigene Charakter erstmals auf dem NBA-Parkett steht, sind einige wenige Entscheidungen zu treffen. Größe, Gewicht, Spannweite und andere Rahmendaten sind anzugeben, zudem kann munter mit entsprechenden Reglern gespielt werden, um das eigene Profil zu schärfen.
Zentrum des Karrieremodus ist eine virtuelle Stadt, in der sich nicht nur der direkte Weg in die NBA-Arena wählen lässt, sondern auch allerlei Ablenkungen lauern. Wer mag, darf sich beispielsweise auf dem Streetballcourt mit anderen messen, abweichendes Gameplay inklusive. Wir sind hier aber ja nicht zum Spaß, daher steht das Spiel im NBA-Kosmos natürlich im Mittelpunkt.
Eine Stadt voller Möglichkeiten – und immer dreht sich alles doch um Basketball. Bild: 2K
Im Kern geht es darum, den Ruf des größten Talents seit 20 Jahren – also: seit LeBron James – auf dem Parkett zu verteidigen. Jede Aktion hat, positiv wie negativ, Einfluss auf die eigene Bewertung und Entwicklung. Eines ist klar: Nur mal eben so nebenher kann dieser Modus auch Spaß machen, allerdings dürfte nur mit größerer Zeitinvestition das ganze Potenzial von „My career“ zum Vorschein kommen. Was vielen übrigens (einmal mehr) sauer aufstößt: „Mikrotransaktionen“ genannte In-Game-Kaufmöglichkeiten, die den Spielenden das Geld aus dem Portemonnaie ziehen möchten.
