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NWZonline.de Ratgeber Digitale Welt

Oldenburgs Lappan wird zu „flexibler.erdkunde.hase“

21.07.2018

Oldenburg Wegbeschreibungen sind so eine Sache, vor allem wenn man neu in einer Stadt ist. „Um 16 Uhr am Lappan?“, heißt es oft, wenn Oldenburger sich auf ein Käffchen verabreden. Lappan – was bitte ist ein Lappan?, fragt man sich als Hinzugezogene und wird schnell aufgeklärt: der kleine Turm in der Fußgängerzone. Bleibt aber die Frage: Trifft man sich davor, in der Gasse daneben oder im Bauwerk?

Der Lappan bei What3Words. (Screenshot: What3Words)

Ein Dilemma, das „What3Words“ löst. Mit der App lassen sich Wegbeschreibungen auf den Punkt – genauer gesagt auf drei Wörter – bringen. Wie funktioniert das? Das Londoner Start-up hat die Welt in Quadrate von 3 mal 3 Metern aufgeteilt. Jedem dieser Quadrate ist eine 3-Wörter-Adresse zugeordnet. Diese Wörterkombination ist einmalig: Es gibt kein anderes Quadrat auf der Welt, das genauso benannt ist.

Mit „What3Words“ kann man vermeiden, sich in der falschen Straße zu treffen. Zu Verwechslungen kann es dennoch kaumen – wenn man nicht genau hinschaut. (Screenshot: What3Words)

Ein Beispiel: Treffen wir uns also am Lappan oder bei „flexibler.erdkunde.hase“. Das ist der Punkt, unter dem der Lappan in der „What3Words“-Karte verzeichnet ist – nicht zu verwechseln mit „flexibler.erdkunde.hasen“ auf der Isle of Mull in Schottland oder „flexibler.erdkunde.nase“ in Demen in Mecklenburg-Vorpommern. Genau hinschauen muss man also schon. Aber dann kann man jeden 3mal3-Meter-Punkt präzise benennen.

3-Wörter-Adressen im Nordwesten

Hier ein paar besondere 3-Wörter-Adressen aus der Region zum Suchen. Schauen Sie selbst, was sich dahinter verbirgt.

edelstein.grob.geschick

alte.eintreten.schauen

filmstar.sorte.verkauft

kopie.gepäck.autonomer

hochrot.energie.zeiten

Möchte man sich direkt vor dem Lappan treffen, kann man etwa das Quadrat „kochen.gerade.wieviele“ ausmachen. Oder man trifft sich in der Gasse daneben bei „versuch.motorrad.orakel“. Verfehlen kann man sich so nicht. Und auch die Blind Dates dieser Welt dürften weitaus entspannter ablaufen. Wenn drei Männer mit blauem Hemd am Lappan warten, kann die 3-Wörter-Adresse vor peinlicher Fragerei schützen.

Ein Date mit Start-up-Taxidriver André hatte erst kürzlich Clare Jones von „What3Words“. Während einer Tour durch Hannover sprach sie über die App, die vor allem auf Festivals hilfreich sei. Anstatt sich vor irgendeiner Bühne oder Bude zu treffen, legt man ein 3-Wörter-Quadrat fest. Auch beim Wandern erleichtere sie das Ankommen an einem Treffpunkt. Da die App auf GPS basiert, funktioniere sie noch nicht in Gebäuden. Da soll sich, so Clare Jones, in Zukunft aber ändern.

Die „What3Words“-Welt besteht aus 57 Billionen Quadraten. Die ersten Algorithmen für die Zuordnung von entwickelte Chris Sheldrick mit seinen Freunden Jack Waley-Cohen und Mohan Ganesalingam. Er war ursprünglich in der Musikbranche tätig. Die Idee zu „What3Words“ kam ihm, als Bands und Equipment auf Abwege gerieten, wie es auf der Homepage des Unternehmens heißt. Sheldrick habe die Notwendigkeit eines besseren Adresssystems erkannt. Das Unternehmen gründeten die drei Freunde 2013.

Die kostenlose App gibt es in verschiedenen Sprachen. „What3Words“ kooperieren mit Unternehmen, Organisationen und Netzwerken. Auch haben einige Staaten das System in ihr Postwesen integriert, darunter die Republik Dschibuti und das Königreich Tonga, wo nur wenige Straßen einen Namen haben.

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Inga Wolter
stv. Ltg.
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2155

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