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NWZonline.de Ratgeber Digitale Welt

Vom Briefmarkenalbum ins Netz

17.01.2012

BERLIN Bereits August der Starke häufte an seinem Hof wie besessen Keramiken, Gemälde oder Kupferstiche an. Was heute in ähnlichem Zusammenhang als Hobby gilt, treibt oft skurrile Blüten. Und seit das Internet ein öffentliches Forum bietet, rücken nicht mehr alleine die Briefmarkenarchive der Philatelisten ans virtuelle Tageslicht. Eine digitale Rundreise durch die Epizentren deutscher Sammelwut lässt staunen.

Exzentrische Ideen

Verblüffend sind die exzentrischen Ideen mancher Menschen, aber auch die Menge des ausgestellten Guts. Ein Blick auf autogrammarchiv.de ist vermutlich ein Paradies für Graphologen, für andere wohl eher ein guter Grund, nicht berühmt zu werden. Auf fast 3000 Autogrammkarten posieren einige Weltstars und zahlreiche Vergessene aus Film, Musik oder Politik. Die Einzelstücke sind in ordentlicher Auflösung gescannt, genauestens datiert und teilweise sogar mit persönlicher Widmung versehen.

Über die Seite matchcover.de stößt man auf die digitale Heimat der Phillumenistischen Gesellschaft. Die verlinkt von dort aus zu Mitgliedern, Sammlern und vielen Vereinen weltweit, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, Streichholzschachteln aufzubewahren.

Einem Hobby von vergleichbarem Kaliber geht die Betreiberin der Seite papiertaschentuecher.de nach. Auch hier ist der Fundus international. Die systematisch geordneten und abfotografierten Packungen umfassen Apothekengeschenke, limitierte Sondereditionen und seltsam formatierte Exponate aus Sri Lanka, Thailand oder Dubai.

Doch nicht alle Gegenstände lassen sich so einfach einsammeln und mit nach Hause nehmen. Unter gulliversum.de hat sich ein Freund des Gullideckels eine etwas hausbackene Homepage programmiert.

Speisekarten gesammelt

Grafisch und inhaltlich sticht unter den Sammler-Domains die Seite speisekarten-seite.de heraus. Zur obligatorischen Galerie finden sich hier geschichtliche Anmerkungen, eine systematische Aufstellung der Speisekartenfunktionen, Bemerkungen zu Form, Eigenschaften und Falzungsvarianten sowie eine Anleitung zum Selberbasteln. Die ausgestellten Karten sind mit sämtlichen formellen Angaben hinterlegt und können von den Usern bewertet und kommentiert werden.

Wie ein ganzer „Sammlerhaushalt“ aussieht, wo grundsätzlich jede Art Gegenstand ein potenzieller Fetisch ist, zeigt die Website stegeo.de. „Wer einmal einen kleinen Gegenstand kauft, weil er ihm so gut gefällt, und zu Hause feststellt, dass er schon einen ähnlichen hat, der ist bereits ein Sammler. Das kann unheimliche Formen annehmen“, schreibt der Gastgeber des Portals selbstkritisch.

In der Galerie reihen sich unfassbare Sammelsurien an Schneekugeln, Eierbechern, Döschen oder Fingerhüten aneinander.

Tatsächlich sieht der Seitenbetreiber im fotografischen Selbstporträt schon ein wenig resigniert aus. Vielleicht sollte man das als Warnung begreifen.

 @   http://www.autogrammarchiv.de  @   http://www.matchcover.de  @   http://www.papiertaschentuecher.de  @   http://www.gulliversum.de  @   http://www.speisekarten-seite.de  @   http://www.stegeo.de