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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Dinklage

Berufseinstieg durch Teamwork

19.11.2018

Dinklage Lie Sillah ist für seine gute Chancenverwertung bekannt. Das gilt für sein fußballerisches Talent, wenn er für den SFN Vechta auf Torjagd geht und für seine noch junge berufliche Karriere, die er in diesem Jahr bei Oldenburger Interior in Dinklage begann. In dem Unternehmen nutzte der 20-Jährige seine Chance im Rahmen einer sechsmonatigen Einstiegsqualifizierung (EQ), die durch die Agentur für Arbeit Vechta gefördert wurde. Seit August absolviert er im Betrieb die Ausbildung zum Tischler.

Der Weg dahin war allerdings schwierig und Lies persönliche Situation war teilweise völlig ungewiss. Geboren und aufgewachsen im westafrikanischen Gambia flüchtete er 2015 allein ohne Angehörige als sogenannter „Unbegleiteter minderjähriger Ausländer“ (UmA) nach Deutschland. Er lebte zunächst in Bremen in einer Notunterkunft, bevor er ins Oldenburger Münsterland kam. Über Visbek und Goldenstedt ging es nach Vechta, wo er bis heute mit zwei anderen Flüchtlingen in einer Wohngemeinschaft wohnt.

Nach seiner Ankunft in der neuen Heimat besuchte Lie ab Mai 2016 zunächst aufgrund fehlender Deutschkenntnisse die Sprachförderklasse der Adolf-Kolping-Schule Lohne. Im Februar 2017 wechselte er dort in die einjährige Berufseinstiegsklasse, die er mit dem Hauptschulabschluss erfolgreich abschloss.

In dieser Zeit nahm er auch seinen ersten Termin in der Schulsprechstunde der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Vechta wahr. Die deutschen Sprachkenntnisse waren bis dahin zwar deutlich verbessert, für eine Berufsausbildung aber immer noch nicht ausreichend. Daher stellte man ihm die EQ vor, um die Sprachkenntnisse weiter zu verbessern und erste berufliche Kenntnisse zu erlangen. Dabei handelt es sich um ein betriebliches Langzeitpraktikum, gefördert von der Agentur für Arbeit.

Katharina Cruys vom Fachdienst Flexible Hilfen beim Evangelischen Kinderdorf Johannesstift Vechta, begleitet den Hobbykicker seitdem er geflüchtet ist. Gemeinsam mit ihr und seinen Lehrern suchte Lie nach der Schule nach möglichen Praktikumsbetrieben. Dabei bewarb er sich unter anderem bei Oldenburger Interior für die Einstiegsqualifizierung. Katrin Rück und Henrik Schütte führten gemeinsam mit Katharina Cruys und Lie das Vorstellungsgespräch. „Wir waren uns schnell einig und zuversichtlich, dass es mit Lie gut funktionieren könnte. Nur das Instrument EQ war uns vorher nicht bekannt“, erklärt Katrin Rück. Hier konnte Frank Werner von der Agentur für Arbeit Vechta Licht ins Dunkel bringen und den Ausbildungsverantwortlichen die Rahmenbedingungen einer EQ erläutern.

Die EQ absolvierte Lie dann von Februar bis Juli 2018. Dabei überzeugte er Kollegen und Vorgesetzte fachlich und menschlich, so dass man ihm frühzeitig für den direkten Anschluss an die EQ einen Ausbildungsvertrag anbot. Seit August ist er nun Tischler-Azubi und voraussichtlich in drei Jahren fertig ausgebildet. Bereut hat er seine Berufswahl bisher nicht. „Ich wollte schon immer gern mit Holz arbeiten. Die Arbeit im Betrieb macht mir viel Spaß und ich mag die netten und freundlichen Kollegen“, sagt Lie.

Betriebe, die Interesse an einer EQ haben, können sich an ihre Ansprechpartner im Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter wenden oder sich unter Telefon   08 00/4 55 55 20 oder per Mail vechta.arbeitgeber@arbeitsagentur.de melden.

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