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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Dinklage

Mühle Im Kreis Vechta Besichtigen: Von Korn, Mehl – und Mäusen

01.08.2019

Dinklage Mit einem lauten Klacken schließt Kurt Dödtmann die kleine Tür im zweiten Stockwerk auf. Sonnenstrahlen erhellen den großen, runden Raum. Und nun sieht man sie in ihrer ganzen Größe: die vier Mahlsteine, die enorm großen Zahnräder aus widerstandsfähigem Eichenholz, die schweren Säcke aus grobem Jutestoff. Es riecht nach altem Holz, und ein klein wenig nach Korn und Mehl. Denn genau darum dreht sich hier wortwörtlich alles, in der Schweger Mühle, und das seit mehr als 171 Jahren.

„Ich rieche hier Mäuse“, sagt Kurt Dödtmann. „Aber so ist das - wo Korn ist, sind auch die Nager nicht weit.“ Genau deshalb haben er und seine Mitstreiter vom Freundeskreis Schweger Mühle im ersten Stock auch eine kleine Ausstellung rund um historische Mausefallen erstellt.

Diese Ausstellung und die Hauptausstellung zum Thema Landleben und die Geschichte der Schweger Mühle können Besucher am 4. August ab 15 Uhr beim großen Fest an der Schweger Mühle bestaunen. Das Mühlenfest ist traditionell der Abschluss der internationalen Wanderung und Radwanderung, die an diesem Samstag und Sonntag von der Wandergruppe des Heimatvereins veranstaltet wird. Unter anderem treten an diesen Tagen auch Volkstanzgruppen auf. „Wir laden alle Menschen ein vorbeizuschauen und die einzige funktionstüchtige Mühle im Landkreis Vechta kennenzulernen“, so Dödtmann. Denn auch in Zukunft wird hier Korn zu Mehl gemahlen werden. Und das freut nicht nur die Dinklager, sondern ganz sicher auch die ein oder andere Maus.

Seit genau 15 Jahren ist Dödtmann nun schon Vorsitzender des Freundeskreises Schweger Mühle. Ein Zusammenschluss von Menschen im Heimatverein Herrlichkeit Dinklage, deren Herzen für die Mühle im Dinklager Ortsteil Schwege brennen. Und das merkt man auch Kurt Dödtmann an, wenn er durch die Mühle führt, jedes noch so kleine Detail und dessen Bedeutung erklärt. Er selbst nennt sein Hobby und die Mühle augenzwinkernd „das größte Spielzeug für Männer“.

Die Mitglieder des Freundeskreises lieben „ihre“ Mühle und zeigen sie regelmäßig auch Interessierten. „Rund 35 Schulklassen aus dem Landkreis Vechta und dem Umland kommen hier jedes Jahr nach Dinklage. Und wir zeigen ihnen, wie das funktioniert, wie das Korn zum Mehl und dann auch zum fertigen Brot wird“, sagt Dödtmann. Denn gebacken wird gleich nebenan, im historischen Backhaus von 1870 mit seinen zwei große Steinöfen, in denen lange Zeit regelmäßig Schwarzbrot gebacken wurde.

Erbaut hatten die Mühle übrigens die Bauern Franz Heinrich große Böckmann und Clemens August Schulte-Ostendorf um 1848. „Später übernahm Bernd Wehebrink die Mühle“, erzählt Dödtmann. Die Mühle sei einträglich gewesen. Als aber die Dampfmaschine erfunden wurde und die Windkraft an Bedeutung verlor, wurden auch die Mahlgänge nach und nach eingestellt. Ab 1922 wurde in der Schweger Mühle nicht mehr durch Windkraft gemahlen.

Erst 1962 bemüht sich Josef Hürkamp vom Heimatverein Dinklage, das alte Bauwerk zu restaurieren. „Da war es eigentlich schon fünf vor zwölf“, erzählt Dödtmann. Sogar von Abbruch sei die Rede gewesen. Der Aufwand, um die alte Mühle wiederherzustellen, war groß – die Kosten noch größer. Doch es klappte. 2004 erhielt der alte Galerieholländer zuletzt neue Segelflügel und eine neue Galerie, ein Mahlgang für den Windbetrieb wird überarbeitet. „Man findet immer irgendetwas, was repariert werden kann“, sagt Dödtmann. Da sei es von Vorteil, dass sich alle Mitglieder des Freundeskreises mit ihrem Beruf einbringen können. „Wir haben einen Zimmermann, einen Schlosser, Straßenbauer, Maschinenbaumeister, Bäcker und vier freiwillige Müller im Team“, freut sich Kurt Dödtmann über so viel Know-how.

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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