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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Dinklage

Geschichte: Nonnen sichern Mädchenbildung

24.10.2016

Dinklage Wer das oft beschworene Bild vom ungebildeten katholischen Mädchen vom Lande im Hinterkopf hatte, der wurde beim 312. Historischen Nachmittag des Heimatbund-Geschichtsausschusses im Klostercafé in Dinklage eines Besseren belehrt. Dr. Maria Anna Zumholz von der Arbeitsstelle für Katholizismus- und Widerstandsforschung der Universität Vechta rückte gängige Klischees zurecht.

Gerade das katholische Südoldenburg habe sich im 19. Jahrhundert zu einer Hochburg der Mädchenbildung entwickelt, so ihre These. Das belegte sie unter Verweis auf das Engagement der Schwestern Unserer Lieben Frau. So hätten die Angehörigen dieses Ordens nicht nur die höhere Bildung auf Lyzeen im Sinn gehabt und in Vechta ab 1929 Mädchen das Abitur ermöglicht. Auch bei der Professionalisierung der Kenntnisse von jungen Mädchen in der Hauswirtschaft und Kinderpflege hätte der Orden Pionierarbeit geleistet. Exemplarisch wies die Referentin auf die Gründung von Wanderhaushaltungsschulen in vielen Dörfern Südoldenburgs zu Beginn des 20. Jahrhunderts hin.

Als Vorläufer dieses Engagements würdigte Zumholz die Bildungsreformen des Münsteraner Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen um 1650. Bei der Aufhebung des Fürstbistums Münster 1803 zählte Zumholz im heutigen Oldenburger Münsterland sieben Mädchenschulen. Dabei waren Volksschullehrerinnen damals ihren männlichen Kollegen weitestgehend gleichgestellt.

Für das heutige Südoldenburg konstatierte Zumholz eine seit dem 17. Jahrhundert andauernde kontinuierliche Bildungsarbeit. Dagegen legten die lutherischen Herrscher in der alten Grafschaft Oldenburg keinen Wert auf die weibliche Bildung. Sie verfestigten das von Martin Luther propagierte konservative Frauenbild. Vor diesem Hintergrund wertete die Historikerin die Reformation hinsichtlich der Frauenbildung als „Verlustgeschichte“. Dagegen ermöglichte das von den Protestanten unterdrückte Klosterleben Frauen nicht nur Autonomie, wenn sie dort eintraten, sondern bot ihnen viele Bildungschancen.

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