Dinklage - Mit einem Festgottesdienst hat die Dinklager Kirchengemeinde St. Catharina am Sonntag die Seligsprechung von Clemens-August Kardinal von Galen vor zehn Jahren gefeiert. In der für Erntedank geschmückten Kirche zelebrierten Weihbischof Heinrich Timmerevers und Pfarrer Johannes Kabon vor vielen hunderten Gläubigen die Heilige Messe. Alle kirchlichen Vereine waren mit Fahnenabordnungen vertreten. Neben dem Altar stand auf einen hohen Sockel das Modell der Mutkugel, deren Original kürzlich am Dinklager Orteingang aufgestellt worden war. In seiner Predigt sprach Timmerevers über den Mut des Kardinals und ermunterte die Gläubigen, den Mut zu haben, Christ zu sein und ihren Glauben zu bekennen.
Kardinal von Galen sei den Nazis mutig entgegen getreten und habe ihnen offen gesagt, dass die nicht die Herren dieser Erde seien, sagte Timmerevers. Jeder Mensch habe eine unantastbare Würde. Das betreffe den Menschen im Mutterleib genauso wie alle anderen Menschen, egal welchen Alters, welcher Hautfarbe und Kultur und egal ob sie gesund oder krank seien. Das müsse auch heute allen Menschen klar sein, die Verantwortung tragen. „Kardinal von Galen hatte seinen Mut aus seinem Glauben und Jesus Christus, der sein Leben für andere hin gegeben hatte, geschöpft“, sagte Timmerevers.
Solch ein Mut sei auch heute nötig. Deutschland stehe angesichts der Flüchtlingsproblematik vor großer Verantwortung. „Wir könnten die Probleme in den Heimatländern nicht lösen“, das müsse die internationale Politik tun, sagte Timmerevers. „Doch die Menschen sind jetzt hier und müssen versorgt werden.“ Sie so zu lieben, wie Gott sie liebt, sei die Herausforderung an unser Land. Timmerevers zitierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, die kürzlich auf die Frage, was sie gegen die schleichende Islamisierung tue, geantwortet habe: Angst sei immer ein schlechter Ratgeber. Wir Deutsche, so die Kanzlerin weiter, hätten schließlich alle Freiheit der Welt, unseren Glauben zu bekennen. Vielleicht könne die Debatte um die Flüchtlinge auch dazu führen, dass wir uns mehr mit unseren Wurzeln beschäftigen.
„Um unseren Glauben zu kennen und zu bekennen, dazu brauchen wir Mut“, sagte Timmerevers. Mut sei auch nötig, um sich auf das Wagnis des miteinander Lebens einzulassen. „Bitten wir den seligen Kardinal v. Galen darum, dass er uns den Mut gibt, Christ zu sein und uns zu unserem Glauben zu bekennen“, schloss er seine Predigt.
