DöTLINGEN - DÖTLINGEN/GA - Zu einem Informations- und Gesprächsabend über „Prävention – Sicherheit auf dem Schulweg“ hatte am Dienstagabend der Elternrat und der Förderverein der Grundschule Dötlingen eingeladen. Als Fachmann und Referenten begrüßte Ulrike Ullmann vom Elternrat den Polizisten Siegfried Stolle, der seit Sommer vergangenen Jahres seinen Dienst als – wie er es selbst formulierte – „Dorfsheriff in Neerstedt“ versieht.

Stolle bezog sich beim Thema Prävention speziell darauf, wie man Kinder vor dem Zugriff von unbekannten Erwachsenen schützen kann. Dabei machte er klar, dass selbstbewusste Kinder, die wissen, dass sie Nein sagen dürfen, wenn Unbekannte etwas von ihnen verlangen, was ihnen unangenehm ist, am besten vor sexuellem Missbrauch geschützt sind und zwar insbesondere vor pädophil veranlagten Menschen. Auch sollten Kinder ermuntert werden, die Eltern sofort über unliebsame Vorfälle zu informieren. Die Eltern sollten dann diese Informationen weder verdrängen, noch auf eigene Faust recherchieren, sondern ihm oder einer anderen Polizeidienststelle das Gehörte melden, forderte Stolle. Diesbezüglich sollten Eltern keine Hemmungen haben. „Wenn mein Bauch sagt, da ist etwas faul, auch wenn ich es nicht näher beschreiben kann, ist ein Anruf bei der Polizei angebracht.“ Sollten sich Autofahrer in der Nähe von Schulen und Kindergarten oder Bushaltestellen verdächtig verhalten, sollte man Kindern

einschärfen, auf die Kfz-Kennzeichen zu achten. Die Polizei gehe dann umgehend vor Ort den Beobachtungen nach.

Aus seiner noch kurzen Dienstzeit in Neerstedt konnte Stolle allerdings berichteten, dass sich viele Hinweise als völlig harmlos erwiesen hätten. Das passe zu der Erkenntnis, dass die überwiegende Mehrheit der Leute, die sich an Kinder vergreifen, aus dem nahen Verwandten- oder Bekanntenkreis der Kinder stammen. Der unbekannte Fremde trete nur relativ selten als Täter in Erscheinung, berichtete der Beamte über die Erfahrungen der Polizei.