Neerstedt - Dr. Manfred Schwarz zeigte sich in seiner kurzen Ansprache „stolz und ergriffen, dass es gelungen ist, ein einmaliges Konzept zu entwerfen“. Das habe er sich anfangs angesichts der „wild zusammengewürfelten Arbeitskreises“ gar nicht vorstellen können, gestand der Vorstand der Genossenschaft „Wi helpt di“ in seiner kurzen Ansprache in der Aula der Grundschule Neerstedt ein.
Sein Konzept mit den drei Säulen „Nachbarschaft leben“, „Wohnen gestalten“ und „Pflege organisieren“ stellte der Arbeitskreis „Wi helpt di“ am Sonntag in Neerstedt vor. Der Zuspruch fiel gut aus: An den 38 Ständen von professionellen Anbietern von medizinischen und pflegerischen Leistungen, Vereinen und Verbänden herrschte ein Kommen und Gehen. Einige Aussteller zeigten sich gar am Nachmittag überwältigt von der Resonanz. Das Thema „Leben und Wohnen im Alter in der Gemeinde“ und die Beteiligung vieler Bürgerinnen und Bürger haben offenbar viele zum Sonntagsausflug motiviert.
Beim morgendlichen Eröffnungsgottesdienst mit Pfarrerin Susanne Schymanitz in der alten Turnhalle ging es ganz passend um das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und die Nächstenliebe. In der Aula der Schule hatte Dötlingens neuer Bürgermeister Ralf Spille dann seine erste öffentliche Rede zu halten. „Für sehr viele ältere Einwohnerinnen und Einwohner ist es sehr wichtig, ihren Lebensabend möglichst unbeschwert in vertrauter Umgebung zu verbringen“, betonte er.
An die Lösung „dieser gewaltigen Aufgabe“ hätten sich die vielen ehrenamtlichen Mitglieder des Arbeitskreises gemacht. Jetzt schon seien „großartige Ergebnisse“ erzielt worden, lobte Spille.
Da die Entwicklung und Umsetzung dieser Ideen nicht nur ehrenamtlich möglich seien, übernehme die Gemeinde Dötlingen die Kosten für die begleitende Moderation und die Erstellung der Planentwürfe. Im Rathaus sei zudem eine befristete halbe Stelle für die nächsten zwei Jahre genehmigt worden.
Von den 6225 Einwohnern der Gemeinde seien derzeit 1597 über 60 Jahre alt, berichtet Amtsleiterin Elke Brunotte. Dabei stünden die geburtenstarken Jahrgänge noch bevor. Sie erinnerte an den ersten Workshop im Februar 2013 und hob die wichtige Begleitung durch das Institut für partizipatives Gestalten (IPG) aus Huntlosen hervor. Verein, Genossenschaft und der Stammtisch mit professionellen Dienstleistern hätten bis zu der Auftaktveranstaltung
geführt. Birgit Schachtschneide vom Verein Wi helpt di sowie Britta Puttkammer und Manfred Schwarz von der Genossenschaft betonten gleichermaßen, dass man ganz am Anfang stehe „Wir wollen im Kleinen starten. Jeder ist aufgefordert, uns kräftig zu unterstützen“, so Schachtschneider über die Hilfen für ältere Menschen bei ganz alltäglichen Dingen, von der Einkaufsfahrt bis zum Gespräch.
„Moderiert“ wurde die Eröffnungsstunde durch „Tante Herta“ alias Carmen Baar aus Bremen. Die Ulknudel sorgte teilweise für schallendes Gelächter in der Aula, mitunter auch mit Witzen der derben Kategorie. Leben im Alter in der Gemeinde – das kann wohl auch ganz schön lustig sein, wie der Blick auf die gut gelaunten Zuhörer bewies.
