Hockensberg/Iserloy - „Der Standort ist ungeeignet!“ Das hat der Vorsitzende des Heimatvereins Hockensberg Marcus Martens über das geplante Industriegebiet in Hockensberg gesagt. Bevor er die Aussage genauer ausführte, wurden die Regularien der Jahreshauptversammlung am Mittwoch im Golf- und Gartencafé Iserloy abgehandelt.

Die Wahlen der Zweiten Vorsitzenden Bianca Garms, des Schriftführers Fokke Stöver und des Pressewartes Heinrich Voß standen an. Sie wurden einstimmig für zwei Jahre wiedergewählt. Ebenso flott fiel der Jahresrückblick aus: Müllsammlung, Mitsommerfest im Arboretum von Olaf Schachtschneider und Erntefest-Teilnahme in Dötlingen. Die Aktion „Saubere Landschaft“ 2019 steht am Samstag, 13. April, ab 14 Uhr bei Garms in Iserloy an. Ebenso wird eine Fahrradtour mit der Besichtigung des Brennereimuseums in Wildeshausen geplant. Ob am Erntedankfest in Dötlingen teilgenommen wird, entscheidet der Vorstand rechtzeitig.

In seiner Zusammenfassung schilderte Martens den Stand der Dinge bezüglich des Industriegebiets Hockensberg. Dabei listete er, angefangen bei der Infoveranstaltung am 20. Februar 2018, die einzelnen bislang erfolgten Schritte auf: Er erinnerte unter anderem an die Aktion „Urban Knitting“ des Naturschutzbundes zum Erhalt der Buchen an der Iserloyer Straße. Jüngst entschied sich der Umweltausschuss des Landkreises mit knapper Mehrheit für eine Variante 6a: Dabei wird eine neue Fahrbahn südlich der Baumreihen angelegt, die alte Fahrbahn wird zum Radweg. Somit soll ein Teil der Buchen erhalten bleiben. Nächste Schritte sind der Varianten-Beschluss im Kreisausschuss und die zweite öffentliche Auslegung des B-Plans – und damit Gelegenheit für weitere Einsprüche.

Als Fazit sieht Martens Planungsfehler, die in den Raumordnungsplan eingeflossen, aber rechtens seien. Die Reaktionen der Besucher zeigten durch die Bank Unverständnis für die Standortwahl. Fraglich seien insbesondere die Abstände. In Nordrhein-Westfalen seien sie gesetzlich geregelt – in Niedersachsen bislang noch nicht. Es könne aber auf eine geltende Rechtsprechung verwiesen werden. Am Ende würden maximal 17,5 Hektar als bebaubare Fläche verbleiben. Viel zu wenig, um die Kosten für die Umsetzung aufzufangen, meinen die Gegner des Industriegebietes.

Letztendlich bedankte sich Martens bei den Bürgern, die großzügig spenden würden. Gelder, die auch für die rechtsanwaltliche Vertretung benötigt werden würden.

Nach den Fakten lockerte Autor und Chronist Alfred Panschar mit zwei Beiträgen den Abend auf. So berichtete er über den „500. Schlepper, der 1952 nach Hockensberg kam“ und über „das Hockensberger Bier als eine Konkurrenz für Wildeshausen“ zu Zeiten des siebenjährigen Krieges.