Geveshausen - Die schönste schwarzbunte Holstein-Kuh Deutschlands kommt aus Geveshausen in der Gemeinde Dötlingen. „FG Ice“ ist ihr Name, und ihr Heimatstall ist die Rinderzucht Strudthoff am Oher Kirchweg, ein Milchviehbetrieb mit 55 Kühen und zahlreichen Nachzuchten. In Fribourg, dem französischen Teil der Schweiz, erhielt die Kuh aus dem Strudthoff-Bestand am Sonnabend während der All-European-Championship (Europameisterschaft) nicht nur die 1 A-Bewertung in der Gruppe der Zwei-Kalbs-Kühe, sondern wurde auch Reserve-Sieger der mittleren Altersgruppe. Nur einer spanischen Kuh, die Gesamtsieger wurde, musste „FG Ice“ den Vortritt lassen.
„Mit so etwas kann man nicht rechnen“, so Egon Strudthoff. „Überhaupt dabei zu sein, ist schon eine tolle Leistung. Dann aber noch Reserve-Sieger zu werden, das ist schon etwas sehr Besonderes.“ Dabei sind seine Kühe der Rasse Holsteiner schon immer gut auf Schauen weggekommen. Davon zeugen einige Pokale und Schärpen, die in der guten Stube stolz präsentiert werden.
Aber ein solcher Erfolg kommt nicht von ungefähr. Deshalb bedankte sich Egon Strudthoff bei dem Jungzüchterteam und Jörg Seeger in Bissel. Dort war „FG Ice“ zuvor im „Trainingslager“ gewesen. Vom Scheren bis zum richtigen Vorstellen wurde die am 21. November 2009 auf dem Seeger-Hof geborene Kuh auf die Schau getrimmt. Strudthoff: „Wir kauften die Schwarzbunte als Jungtier. Jetzt hat sie bei uns schon zwei Kälber geworfen.“
Die Qualität entging auch nicht dem irischen Preisrichter David Boyd. Er hatte die Kühe bewertet. Vom Milchtyp, dem Euter und dem Fundament gefiel die Schwarzbunte aus Geveshausen bestens und konnte damit Reserve-Sieger ihrer Altersklasse werden.
Auch Sohn Sönke gehörte zum Jungzüchterteam und war mit den Kühen, die aus ganz Deutschland mit dem Lkw in die Schweiz transportiert worden waren, dabei.
Anstrengende Tage lagen hinter ihm und dem Team. Vor einer Zuschauerkulisse von 8000 Zuschauern aus 14 Nationen stellten die Jungzüchter die deutschen Kühe vor. Erst am Sonntag ging es wieder nach Hause, und „FG Ice“ kam in den Heimatstall.
Da hatte es Egon Strudthoff doch etwas besser. Während Sohn Frank den Betrieb zu Hause führte, reiste er mit dem Bus der Weser-Ems-Union Herdbuch am Freitag in die Schweiz.
Nach der Schau ging es am Sonnabendabend wieder zurück. Am Sonntag um 7 Uhr war er wieder in Geveshausen. Anstrengend genug. Doch der Erfolg ließ das schnell vergessen.
Die Zukunft für „FG Ice“ liegt in der Zucht. Über den Embryo-Transfer wird mit Leihmüttern gezüchtet. Die Schwarzbunte darf schon bald wieder selber Mutter-Kuh werden, wie die Strudthoffs signalisierten.
