Dötlingen - 2014 soll aus der Theorie die gelebte Praxis werden. Das ist der ehrgeizige zeitliche Rahmen, den sich die Gemeinde Dötlingen und das „Institut für Partizipatives Gestalten“ (IPG) mit möglichst breiter Bürgerbeteiligung für das Projekt „Leben und Wohnen im Alter in der Gemeinde Dötlingen“ gesetzt haben. Dabei setzt die Kommune weiter auf professionelle Moderation und Begleitung: Bürgermeister Heino Pauka und Jascha Rohr von der IPG in Huntlosen haben am Montag den entsprechenden Vertrag unterschrieben. „Ein derart komplexes Vorhaben können wir nicht mit eigenen Kräften stemmen“, so Pauka.
Daher habe sich der Dötlinger Verwaltungsausschuss einstimmig entschieden, den entsprechenden Auftrag an IPG zu vergeben und dafür die entsprechenden Gelder (Pauka: „nicht unerhebliche Kosten“) zur Verfügung zu stellen. Zugleich ist die Politik den Ansätzen und Ideen der Planungswerkstätten mit rund 50 Teilnehmern im Februar und März sowie den daraus resultierenden Empfehlungen der IPG für das weitere Vorgehen gefolgt, wie Pauka berichtete. Innerhalb des Rathauses betreut Sozialamtsleiterin Elke Brunotte das Projekt.
Sehr komplex
Jascha Rohr betonte, dass Dötlingen „etwas Besonderes“ sei, da hier schon alle Fraktionen bei den Planungswerkstätten vertreten gewesen sein. Dadurch habe sich eine andere Tiefe und Dynamik entwickelt, freute er sich über die bisherige Arbeit bei diesem „unglaublich komplexen Thema“. Das Büro IPG sieht sich bei diesem Verfahren der Bürgerbeteiligung in der Rolle, „einzudämpfen, zu konkretisieren und zu strukturieren“. Zwischendurch seien die Schritte der „Legitimation“ sehr wichtig, erklärte Rohr, um wieder die Rückkopplung zur Politik zu haben (wie jetzt im Jugend-, Sport- und Sozialausschuss und im Verwaltungsausschuss geschehen). Weiterhin sei der Prozess für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger offen. Dabei gelte aber für Neueinsteiger, dass sie nicht hinter bereits gefällte Entscheidungen zurückfallen dürfen, sondern von dieser Basis aus produktiv mitarbeiten.
Pauka zuversichtlich
„Es wird viel Arbeit“, betonte Rohr, „denn Mitbestimmung heißt auch Engagement. Das wird hier gefordert sein.“ Er sah gute Chancen, das Projekt bis zum Jahresende voranzubringen. Die drei Grundlagen seien in der Gemeinde vorhanden: „Verwaltung und Politik stehen dahinter, es gibt professionelle Begleitung und engagierte Bürger.“
Der Dötlinger Bürgermeister setzt ebenfalls große Hoffnungen in den eingeschlagenen neuen Weg, der verstärkt auf die Beteiligung und Einbindung der Bürger setzt. „Das Projekt kann hoffentlich wieder beispielhaft für andere werden“, erwähnte Pauka den Vorbildcharakter des „Energieeffizienten Dötlingen“, das viele Nachfolger gefunden habe.
