Dötlingen - Ein Drei-Säulen-Modell, sechs Arbeitsschwerpunkte und eine noch zu erstellende Dokumentation mit strategischen Empfehlungen sind das Ergebnis der Planungswerkstatt „Leben und Wohnen im Alter in der Gemeinde Dötlingen“. Zum dritten und zugleich letzten Werkstatttreffen kamen am Sonnabend die 50 Teilnehmer im Dötlinger Hof zusammen.

Als nächsten Schritt werden Sonja Hörster, Geschäftsführerin des Instituts für Partizipatives Gestalten (IPG), Philosoph und Soziologe Jascha Rohr sowie Produktdesignerin Valerie Stephanie in einer Dokumentation die Modelle zusammenstellen. Die Aufarbeitung soll noch vor der Sitzung des Verwaltungsausschusses am 11. April in einer für die Planungswerkstatt-Teilnehmer öffentlichen Sitzung vorgestellt werden. „Dann besteht die Möglichkeit, ein Feedback zu geben und Änderungen einzuarbeiten, die dann der Gemeinde als strategische Empfehlung überreicht wird“, erklärte Hörster. Es sei das Ergebnis von quasi 150 Arbeitstagen. 50 Teilnehmer hätten an drei Werkstatttagen für das schnelle Ergebnis gesorgt.

Zu den Inhalten: Erarbeitet worden ist ein Drei-Säulen-Modell. Unter dem Dach einer Genossenschaft, eines Verein oder einer anderen Institution stehen die Säulen Nachbarschaftshilfe, Wohnformen und Pflege. Schwerpunkt der Werkstatt ist die Impulsgruppe Genossenschaft. Hier kam man am weitesten. Gedacht ist an ein Genossenschaftsmodell, um Wohnen und Pflegen im Alter zu organisieren. Ein Arbeitskreis hat sich zum Weitermachen bereits formiert und will sich am 23. März im Heuerhaus wieder treffen. Ziel ist ein Zwei-Seiten-Plan, der dem Genossenschaftsverband Oldenburg zur Prüfung vorgelegt werden soll.

Weiterer Moderation bedarf die Erarbeitung der „Professionellen Nachbarschaftshilfe“. Ein entsprechender Antrag wird bei der Gemeinde gestellt. Die Entwicklung des gemeindeeigenen Prechtgrundstücks in Dötlingen mit zehn bis zwölf kleineren Hauseinheiten und einem Kümmerer wurde ebenso vorgestellt wie eine Umnutzung der „to-hus-Anlage“ (Fachklinik für Suchtkranke) als Heim für stationäre Pflege, Demenzkranke (52 Plätze) und Tagespflege.

Ein weiterer Schwerpunkt war der mögliche Umbau von eigenen Häusern. In einer sechsten Arbeitsgruppe ging es um die Entwicklung von weiteren Standorten nach dem Kümmerer-Modell, die sich auch auf die drei großen Ortschaften wie Dötlingen, Neerstedt und Brettorf verteilen können.

Ein abschließendes „Blitzlicht“ beleuchtete die Eindrücke. Der Tenor reichte von Kommentaren wie „Weitermachen“, „Abbau von Emotionen und Vorurteilen gelungen“, „gemeinsamer breiter Weg“ bis hin zu „Da bleibt etwas“. Auch Elke Brunotte von der Gemeindeverwaltung sah ein positives Ergebnis. „Es war harte Arbeit, aber darauf lässt sich etwas aufbauen.“ Nun sind die Ehrenamtlichen gefragt, die Ergebnisse umzusetzen, ebenso Rat und Verwaltung.