Donnerschwee - Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam wenige Jahre später die Währungsreform – am 20. Juni 1948. Maria Klein (89) hat daran deutliche Erinnerungen. Sie schreibt:

„Ich war damals 17 Jahre alt und im ersten Lehrjahr Industriekauffrau bei der Chemisch-Pharmazeutischen Fabrik ,Walter Haupt & Co’ in der Kaiserstraße in Oldenburg. Am Tag vor der Währungsreform schickte mich der Chef mit vielen Reichsmarkscheinen zu verschiedenen Firmen in der Oldenburger Innenstadt, um offene Rechnungen zu bezahlen. Natürlich war das Geld, einen Tag bevor es ungültig wurde, nicht willkommen. Aber ich musste auf Anweisung meines Chefs darauf bestehen, dass man mir das Geld abnahm und eine Quittung dafür ausstellte. Mit hochrotem Kopf musste ich mir eine Flut von wütenden Kommentaren anhören. Einigen tat ich auch leid und sie sagten abschließend: ,Du kannst ja auch nichts dafür’.

Am nächsten Morgen sahen wir vom Bürofenster aus, wie sich die Lagerhaustüren am Stau öffneten und die lange vermissten Waren herausgeholt wurden, um wieder die Schaufenster der Stadt zu füllen. Die Firma Walter Haupt&Co hat die Währungsreform finanziell nicht überlebt und meine Lehre musste abgebrochen werden.“